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Trans­port von Con­tai­ner­n 3 Vorschläge für mehr Siche­rheit auf hoher See

1: Rolldämpfungstanks nachrüsten

Rolldämpfungstanks nachrüsten | © Imago Images / ZUMA Wire
Brennender Container-Frachter ZIM Kingston Ende Oktober vor der kanadischen Pazifikküste | Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Container-Schiffe sind in den vergangenen Jahren immer größer und dabei auch breiter geworden, beobachten die Experten des GDV. Die Schiffe sind teilweise mehr als 60 Meter breit, dadurch sehr stabil und neigen dazu, sich sehr schnell wieder aufzurichten. Ist das Schiff voll beladen, kommt es in schwerer See zu gefährlichen seitlichen Schwingungen („Rollen“) – sogar in Situationen, in denen das Schiff nicht parallel zu den Wellen, sondern gegen die Wellen gefahren wird. Gleichzeitig sind mit den bis zu zwölf Lagen hohen Container-Stapeln große Windangriffsflächen an Deck entstanden, die die Sicherungssysteme zusätzlich beanspruchen.

Den gefährlichen Rollbewegungen entgegenwirken könnten laut GDV sogenannte Rolldämpfungstanks. In ihnen strömt Ballastwasser so hin und her, dass die Rollschwingungen des Schiffes gedämpft werden. Bislang ist der Einbau solcher Tanks nicht vorgeschrieben, nur wenige Reedereien lassen sie in ihre Schiffe einbauen. Kurzfristig könnte das Problem nur durch eine geringere Decksladung reduziert werden – denn bei nicht voll ausgelasteten Schiffen treten Container-Verluste nur äußerst selten auf.

Anja Käfer-Rohr­bach, GDV

Nachrichten über Bord gehende Container haben sich in den vergangenen zwei Jahren gehäuft. Bereits im vorigen Winterhalbjahr gingen so Waren im Wert von mehreren 100 Millionen Euro verloren. Und aktuell sieht die Lage kaum besser aus: Im Oktober verlor beispielsweise die mit Chemikalien beladene „ZIM Kingston“ mehr als 100 Container und geriet als Folge des Ladungsverlustes in Brand.

Und bereits wenige Wochen später gingen der „COSCO Nagoya“ 38 Container über Bord. „Wir müssen diese Entwicklung stoppen: Die Containerverluste gefährden die Besatzung und das Schiff, verursachen hohe Kosten und tragen zur Verschmutzung der Meere bei“, sagt Anja Käfer-Rohrbach. Sie ist stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Sicherheitsexperten des GDV haben nun die möglichen Ursachen für die vielen Container-Verluste untersucht. „Das Grundproblem ist, dass die Fahreigenschaften großer Container-Schiffe und die gängigen Sicherungssysteme nicht mehr zusammenpassen“, sagt Käfer-Rohrbach. Konkret führen die GDV-Experten die Probleme auf die oben genannten Ursachen zurück und stellen auch Lösungen zur Diskussion.

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