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Sparschweine an einem Marktstand im thailändischen Bankgkok: In Deutschland erhalten Kinder das erste Sparschwein oft schon zur Geburt. | © Getty Images

30. Oktober

Weltspartag wird zum Ereignis für Kinder und Nostalgiker

Nur noch wenige Deutsche hängen am Weltspartag. Das ist Ergebnis einer Studie aus dem Hause Yougov. Anlässlich des anstehenden Weltspartags, der hierzulande am 30. Oktober begangen wird, hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Anfang Oktober mehr als 2.000 deutsche Erwachsene online befragt.

Demnach besuchen rund 4 Prozent der Befragten jedes Jahr an dem Tag eine Bankfiliale. 7 Prozent tun das zumindest oft. Generell etwas häufiger suchen Familien mit Kindern dann ihr Geldinstitut auf. Von den Erziehungsberechtigten gaben 5 Prozent an, regelmäßig am Weltspartag in eine Bankfiliale zu gehen, 14 Prozent tun das meistens. Eine Mehrheit sieht im Weltspartag vor allem einen willkommenen Anlass, Kinder an das Thema Sparen heranzuführen. 61 Prozent finden den Weltspartag aus dieser Warte heraus wichtig.

Und auch Nostalgie schwingt mit: So wünschen sich 60 Prozent, der Weltspartag hätte wieder die gleiche Bedeutung wie in ihrer Kindheit. Je älter die Befragten, desto eher vertraten sie diese Ansicht.

Immer weniger Menschen hängen am Weltspartag

Warum der Tag an Bedeutung eingebüßt hat? 68 Prozent der Befragten sehen in ihm keinen Sinn mehr, weil hiesige Banken auf traditionelle Sparformen keine Zinsen mehr zahlen. An der Sinnhaftigkeit von Banken zur Geldaufbewahrung zweifelt trotzdem nur eine Minderheit: 55 Prozent sehen ihr Geld bei einer Bank besser aufgehoben als zu Hause, bei den über 70-Jährigen sind es sogar 64 Prozent.

Das Vertrauen, dass das eigene Geld bei Banken gut aufgehoben sei, könnte allerdings schwinden, wenn Banken dazu übergehen würden, Strafzinsen auch von kleineren Privatkunden zu verlangen. In dem Fall würden 77 Prozent ihr Geld lieber unter dem Kopfkissen horten als es auf der Bank real dahinschmelzen zu sehen. Ein solches Szenario mit Strafzinsen halten immerhin 37 Prozent der Befragten in den kommenden fünf Jahren für wahrscheinlich.

Negativ- was?

Allerdings hat auch nicht jeder Deutsche von dem Begriff Negativzinsen überhaupt gehört. Rund 81 Prozent können mit ihm etwas anfangen, 42 Prozent meinen die Bedeutung des Begriffs immerhin gut zu kennen. Dagegen hat vom Weltspartag etwas mehr als jeder Zweite (54 Prozent) schon gehört. In Österreich ist der Tag insgesamt populärer als hierzulande, sagen die Studienautoren unter Verweis auf eine Befragung aus dem Nachbarland.

Gespart wird übrigens weiterhin. 58 Prozent der Bevölkerung legt laut der Umfrage regelmäßig kleine Geldbeträge beiseite. Diese sind für besondere Anschaffungen reserviert, oder sie landen auf einem Sparbuch. 75 Prozent der Deutschen bezeichnen sich selbst als sparsam.

Die Anregung zum Weltspartag stammt aus dem Bankenumfeld. Sie sei erstmals 1924 auf einem Bankenkongress in Mailand aufgekommen, heißt es von den Sparkassen. Der erste Weltspartag wurde am 31. Oktober 1925 begangen. Seitdem findet er in den meisten Ländern jährlich Ende Oktober, in der Regel am 31. Oktober, statt. In Deutschland wird er wegen des Reformationstags um einen Werktag vorgezogen. International hat der Weltspartag in vielen Ländern im Laufe der Jahre allerdings an Bedeutung eingebüßt.

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