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Proteste gegen Internet-Riesen Amazon: Der US-Konzern, heute eines der größten Unternehmen im Leitindex S&P-500, ging 1997 mit einer Marktkapitalisierung von 660 Millionen Dollar an den Start | © Getty Images

35 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für US-Nebenwerte

Geht es um US-Aktien, sind bei den Ergebnissen von Investmentfonds Enttäuschungen quasi programmiert. Der Anteilspreis hat sich in nur fünf Jahren verdoppelt? Ganz nett, aber irgendwie doch kaum der Rede wert. Die Index-Schwergewichte Facebook und Microsoft haben sich im gleichen Zeitraum mehr als verdreifacht, Amazon und Netflix sogar knapp 600 Prozent zugelegt. Mit anderen Worten: Jeder halbwegs ambitionierte Privatanleger, der sein Depot im Frühjahr 2014 mit einigen der bekanntesten US-Standardwerte bestückte, konnte mehr herausholen. Denn auch andere Wall-Street-Größen wie Apple, McDonalds oder Visa liefern seither prächtige Renditen.

Die Geringschätzung reicht definitiv über den Status einer flüchtigen Momentaufnahme hinaus. Denn auch in früheren Marktphasen gelang es kaum einem Fondsmanager, den amerikanischen Aktienmarkt – gemessen am repräsentativen S&P-500 – nachhaltig zu schlagen. Selbst Profi-Anleger decken deshalb in ihren Portfolios das Segment der US-Standardaktien mittlerweile oftmals über kostengünstige ETFs auf den genannten Index ab und mischen allenfalls in kleinerem Umfang Einzelwerte oder aktiv gemanagte Fonds bei. Doch zahlt sich diese Strategie auch aus, wenn es um Titel aus der zweiten und dritten Reihe des Marktes geht?

Die Ergebnisse des jüngsten Crashtest signalisieren: So ganz falsch ist sie vermutlich auch dann nicht. Denn unter 35 getesteten Fonds für diese Anlagekategorie landet der beste ETF, der Deka MSCI USA Mid Cap, immerhin auf Rang 3 (siehe Tabelle). Auch die anderen sieben börsengehandelten Indexfonds für US-Nebenwerte finden sich eher im oberen als im unteren Drittel des Teilnehmerfeldes wieder. Trotzdem sind die Möglichkeiten für einen aktiven Manager, einen Mehrwert zu erzielen, in den Niederungen des Russell 2000 oder am unteren Ende des Wilshire-5000-Index deutlich vielfältiger. Das zeigt beispielhaft die Performance des JPM US Small Cap Growth auf Rang 4: Dessen Manager Timothy Parton und Eytan Shapiro ließen den Russell 2000 in den vergangenen fünf Jahren (Stichtag: 20. Mai 2019) um fast 45 Prozentpunkte hinter sich – bei allerdings deutlich höheren Schwankungen.

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perfor-mance Pkt. Stress-test Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. Euro ISIN
1 T. Rowe Price US Smaller Companies Equity 74 28 25 21 1,322 LU0133096635
2 UBS (Lux) Mid Caps USA 72 29 18 25 131 LU0049842262
3 Deka MSCI USA Mid Caps ETF 66 19 30 17 16 DE000ETFL276
4 JPM US Small Cap Growth 60 26 7 27 303 LU0053671581
5 Janus Henderson US Venture Fund 57 30 7 20 172 IE0009354923
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Berücksichtigt man alle für den Crashtest relevanten Kennzahlen, hinterlässt der US Smaller Companies Equity Fund aus dem Hause T. Rowe Price den besten Gesamteindruck. Dort stellt Fondsmanager Curt Organt ein breit gestreutes Portfolio aus derzeit rund 175 Titeln zusammen, die er gegenüber ihrer langfristigen Ertragskraft für unterbewertet hält. Thematisch setzt Organt dabei wie seine Vorgänger Ryan Burgess (September 2016 bis März 2019) und Frank Alfonso (Oktober 2013 bis September 2016) keine Schwerpunkte: „Ins Portfolio kommen sowohl Wachstums- als auch Substanzwerte.“

Als Vergleichsindex dient ihm der Russell-2500-Index, der sich aus dem Russell 2000 und der in punkto Marktkapitalisierung kleineren Hälfte des Russell 1000 zusammensetzt. Die durchschnittliche Marktkapitalisierung der im Fonds enthaltenen Aktien beträgt rund 8 Milliarden US-Dollar. Als noch tolerierbare Obergrenze nennt Organt eine Größe von 12 Milliarden US-Dollar. Wobei diese Grenze ihn nicht zu einem Verkauf zwingt, wenn mit den Jahren aus einem zunächst weithin unbekannten Small Cap ein von vielen Analysten verfolgter Standardwert wird. „In der Vergangenheit haben solche langfristigen Wertsteigerer beträchtliche Performance-Beiträge für unsere Kunden geleistet“, betont Organt, der seit 1995 für T. Rowe Price arbeitet. Auch Amazon und Netflix haben klein angefangen, mit einer Marktkapitalisierung von jeweils weniger als einer Milliarde Dollar.

Aktuell stellen Technologiefirmen im T. Rowe Price US Smaller Companies Equity einen Anteil von knapp 24 Prozent. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Russell 2500, aber etwas weniger als zu Jahresbeginn. „Wir haben nach der kräftigen Erholung im Frühjahr in diesem Sektor bei einigen Titeln Gewinne mitgenommen“, erläutert Organt. Hinzugekauft hat er hingegen bei Transportwerten wie J.B. Hunt, Old Dominion und Schneider National, wo Sorgen über eine sinkende Nachfrage und höhere Kostenbelastungen andere Investoren eher abschreckten. Gänzlich neu im Portfolio ist die Aktie des Energieversorgers Southwest Gas, der Organt zufolge vom Bevölkerungswachstum in den von ihm belieferten Gebieten profitiert.

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