Rüdiger Ginsberg, Union Investment

Rüdiger Ginsberg, Union Investment

3,8 Milliarden Euro Zuflüsse für Union Investment – offene Immobilienfonds gefragt

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„3,8 Milliarden Euro Mittelzuflüsse konnten im ersten Halbjahr erzielt werden, davon entfielen 0,7 Milliarden Euro auf Publikumsfonds, 2,4 Milliarden Euro auf Spezialfonds und 0,7 Milliarden Euro auf Advisory und Vermögensverwaltungsmandate“, sagte Vorstands-Chef Rüdiger Ginsberg am Sonnabend vor Journalisten. Per 17. Juli habe Union Investment sogar die 4-Milliarden-Marke überschritten. Das meiste Geld kommt somit von institutionellen Großanlegern. Auf mehr als 25 Neukunden bringt es Union Investment hier, darunter eine weitere asiatische Zentralbank. Bei den Publikumsfonds hat sich die Lage zumindest etwas entspannt. Denn im Gesamtjahr 2008 flossen hier noch saldiert 4,3 Milliarden Euro ab. Im katastrophalen vierten Quartal waren es 8,9 Milliarden Euro. Rein in Immobilienfonds, raus aus Geldmarktfonds Den stärksten Zufluss verzeichnete Union Investment mit 1,4 Milliarden Euro bei den offenen Immobilienfonds. Raus ging es dagegen bei den Geldmarktfonds mit Abflüssen von 1,7 Milliarden Euro. Bei den wertgesicherten Fonds – inklusive Garantiefonds – steht ein Saldo von 70 Millionen Euro in den Büchern. Der enthält jedoch 420 Millionen Euro, die in vier neue Garantiefonds flossen. Allerdings musste die Gesellschaft aus fälligen älteren Fonds einiges zurückzahlen. Das Thema Garantiefonds will sie weiter verfolgen, zunächst mit zwei Fonds, die aktuell in der Zeichnung sind. „Drei weitere Garantiefonds folgen im September“, kündigt Ginsberg an. Weiterer Schwerpunkt soll die Riester-Rente bleiben. Hier hat das Tempo mit rund 20.000 Neuabschlüssen im ersten Quartal 2009 deutlich nachgelassen (2008 insgesamt: 200.000 Abschlüsse). Allerdings beziffert Ginsberg das inzwischen jährlich eingenommene Sparvolumen mit gut 1 Milliarde Euro. Kein Interesse an ETFs Einem Einstieg in das Geschäft mit börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) erteilt der Vorstands-Chef dagegen eine Absage: „Wir wollen profitabel wachsen. Die margenschwachen ETFs bringen uns da nicht weiter.“ Allerdings beobachte Union Investment sehr genau, was auf dem ETF-Markt passiere. Bis jetzt habe es aber ohnehin noch keine nennenswerte Nachfrage seitens der Vertriebspartner gegeben. Außerdem hatte Ginsberg noch gute Nachrichten direkt für die Privatanleger: Die Fondsgebühren sollen nicht angehoben werden, und einen Kahlschlag in der Fondspalette soll es ebenfalls nicht geben.

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