Wenn Sie heute auf die kurze Zeitspanne seit Gründung von 3D Invest zurückblicken – welche Ausgangserwartungen haben sich bestätigt, welche wurden übertroffen, und welche Herausforderungen haben sich ergeben?
Rahn: Positiv hervorzuheben ist, dass uns die Anleger bereits in der Anfangsphase sehr viel Vertrauen entgegengebracht haben. Beim verwalteten Kapital liegen wir deutlich über dem Plan. Die Performance wiederum hat unsere Erwartungen erfüllt; wir haben im ersten Jahr die anvisierten 10 Prozent nach Kosten erreicht. Vom Small-Cap-Segment hatten wir uns zwar mehr erhofft - zugleich sehen wir hier nach wie vor erhebliches Aufholpotenzial. Nach einem guten Start ins Jahr 2025, waren die Kurse der Werte zum Jahresende wieder rückläufig. Erfreulich ist, dass wir trotzdem eine gute Performance erzielen konnten – während die Bewertungen der Small Caps noch einiges an Spielraum aufweisen.
Was muss passieren, damit es bei Small Caps besser läuft?
Rahn: Entscheidend ist die Entwicklung der Geldmenge. Der Markt verfügt zwar über ausreichend Liquidität, aber nicht im Übermaß. Solange führende KI-Technologieunternehmen weiterhin so viel Kapital anziehen, ist kaum mit einer Veränderung der Situation zu rechnen.
Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie Small Caps wieder stärker profitieren könnten:
- Durch eine Zunahme an Liquidität: Die US-Notenbank Fed steht unter Druck die Zinsen zu senken. Möglicherweise hat darüber hinaus auch die EZB noch Spielraum. In China sehen wir diese Stimuli-Maßnahmen bereits.
- Es kommt zu einem Favoritenwechsel: Die Anziehungskraft des aktuell dominanten KI-Themas lässt nach, die Kurse der betreffenden Titel korrigieren nach unten. In einer Schwächephase der Märkte ist KI bisher ein relativ losgelöstes, autarkes Thema gewesen, das viel spekulatives Geld auf der Suche nach kurzfristigem Gewinn angezogen hat. Es könnte jedoch zu einer Sektorrotation kommen, vor allem dann, wenn die globale Konjunktur in der Breite wieder anzieht. Ein Anziehen der Konjunktur dürfte vor allem auch dem Standort Deutschland zugutekommen.
Niemann: Unser Fonds ist auf beide Szenarien gut vorbereitet. Mit deutschen Industrietiteln wie Jungheinrich, einem Anbieter von Intra-Logistiklösungen, der bislang hinter dem Wettbewerber Kion zurückblieb, oder dem Nutzfahrzeugzulieferer Jost-Werke setzen wir auf aussichtsreiche Unternehmen. Auch US-Qualitätsunternehmen wie Mettler-Toledo, spezialisiert auf Präzisionswaagen für den professionellen Einsatz, gehören zu unseren Favoriten für einen Konjunkturaufschwung.
Wie haben Sie als Team zueinandergefunden, und welche Schritte waren entscheidend, um aus ersten Ideen ein konsistentes Investmentkonzept zu formen?
Niemann: Wir sind Ex-Kollegen mit einem Altersunterschied von sieben Jahren. Die gegenseitige Wertschätzung hat uns schon früher zusammengeführt, schnell war der eine vom anderen überzeugt: Jörg verfügt über herausragende Fachkompetenz, er macht seine Arbeit exzellent, ist ehrlich und vertritt Werte, die mit den eigenen zusammenpassen. Eine gute Zusammenarbeit ist nur auf Basis gegenseitiger Wertschätzung möglich. Bei der täglichen Arbeit ist das das A und O. Das Miteinander läuft hervorragend.
Sie verfolgen unterschiedliche analytische und strategische Herangehensweisen. Wie entsteht daraus ein Mehrwert für das Portfolio?
Niemann: Wir ergänzen uns einfach gut. Jörg kommt aus der Vermögensverwaltung, ich aus dem Small- und Mid-Cap-Investmentbanking. Wir beide verfügen über ein sich ergänzendes Netzwerk, woraus sich viel Potenzial schöpfen lässt. Gleichzeitig gibt es bei uns eine klare Aufgabentrennung. Ich bin auf das Stockpicking bei Small- und Mid-Caps spezialisiert, während Jörg das Gesamtportfolio steuert und die Gewichtungen im Kontext der makroökonomischen Lage festlegt. Daher haben wir derzeit beispielsweise eine höhere China-Gewichtung sowie eine höhere Gewichtung bei Edelmetallen, deren Kurschancen wir nach wie vor für attraktiv halten. Jeder von uns hat ganz klar seinen Fokus – das Zusammenspiel macht unser Vorgehen besonders effektiv.
Rahn: Das Small-Cap-Thema ist sehr arbeitsintensiv. Es ist wichtig, an den Unternehmen nah dran zu sein und die News zu verfolgen. Qualitätsaktien sind hingegen relativ stabil, liefern aber nur wenig zusätzliches Alpha. Deshalb kann ich mich stärker auf übergeordnete Themen wie Vertrieb und Unternehmensentwicklung konzentrieren.
Ihr Ansatz wurde bereits mit dem Boutiquen Award gewürdigt. Welche Aspekte Ihrer Arbeit wurden aus Ihrer Sicht besonders positiv bewertet?
Rahn: 3D Invest wurde bei den Boutiquen Awards 2025 als „Bester Newcomer 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt die herausragende Leistung des jungen Unternehmens in der Fondsboutiquen-Szene – insbesondere die hohen Mittelzuflüsse sowie das ausgeprägte soziale Engagement. Auszeichnungen wie diese stärken unsere Visibilität im Markt, was sich letztlich positiv auf unsere Positionierung im Markt auswirken sollte.
Sie haben einen wohltätigen Verein gegründet und spenden einen Teil Ihrer Performance-Gebühren. Was war die Motivation hinter diesem Schritt?
Rahn: Viele Asset Manager geben Mittel für soziale Projekte frei. Was uns unterscheidet: Wir stützen uns nicht auf große Hilfsorganisationen mit umfänglichem Apparat zur Organisation der Projekte, sondern investieren direkt. In unserem Fall in ein Waisenhaus in Kenia. Unterkunft und Verpflegung werden von den Menschen vor Ort organisiert; wir kümmern uns um die Bildung der Kinder und Heranwachsenden, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Etwas, das in Afrika ohne Eltern und Familie schwerer als in anderen Erdteilen fällt, auch wenn sich der Kontinent vielerorts rasant entwickelt. Der Kontakt zum Waisenhaus kam über eine Freundin zustande, die dort tätig ist und die lokalen Gegebenheiten bestens kennt.
Hin und wieder bin ich selbst in Kenia und überzeuge mich von der Wirksamkeit unserer Hilfsanstrengungen. Die Dankbarkeit der jungen Menschen ist dabei sehr bewegend. Einer unserer Schützlinge hat kürzlich ein Universitätsstudium aufgenommen – solche Erfolge machen uns sehr stolz.
Zu den Interviewten
Dr. Jörg Rahn hat seit dem Jahr 2008 als Leiter der Vermögensverwaltung und als Chief Investment Officer in Banken und Family Offices die Vermögensverwaltung für Kunden mit Anlagevolumina von einigen Hunderttausend bis hin zu mehreren Milliarden Euro erfolgreich durch verschiedene Krisen geführt. Dabei behält er stets den globalen wirtschaftlichen Überblick und analysiert Entwicklungen weltweit.
Marc Niemann ist einer der erfolgreichsten Investmentratgeber für deutsche Mittelstandsaktien. Seit dem Jahr 2000 interessiert sich Marc für dieses Marktsegment und verfügt über fundiertes Wissen von über 200 deutschsprachigen Unternehmen. Zudem zeichnet er sich durch ein ausgeprägtes Kapitalmarktgespür aus.
Disclaimer
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Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen (Basisinformationsblatt, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresbericht) zum Investmentvermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Investmentvermögen der Universal Investment sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Verwahrstelle / Depotbank oder bei Universal Investment unter www.universal-investment.com erhältlich. Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/media/document/Anlegerrechte. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben.
