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Franke-und-Bornberg-Rating 4 von 19 privaten Cyber-Policen „ungenügend“

Frau am PC
Frau am PC: Wer sich privat vor den Folgen von Phishing, Daten- und Identitätsdiebstahl, Verlust bei Onlineshopping oder Cyber-Mobbing absichern will, kann zwischen 19 Tarifen von 17 Gesellschaften wählen. | Foto: Pexels

Cyber-Policen für Privatleute sind ein relativ neues Produkt. Früher konnten sich Verbraucher ausschließlich mit zusätzlichen Cyber-Bausteinen für ihre privaten Haftpflicht-, Rechtsschutz- oder Hausrat-Versicherungen schützen. Diese Leistungsbündel sind noch immer im Angebot. Im Jahr 2014 kamen die ersten eigenständigen Cyber-Versicherungen für Privatleute auf den Markt. Derzeit können Interessenten, die sich privat vor den Folgen von Phishing, Daten- und Identitätsdiebstahl, Verlust bei Onlineshopping oder Cyber-Mobbing absichern wollen, zwischen 19 Tarifen von 17 Gesellschaften wählen.

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat nun erstmals alle 19 eigenständige Cyber-Tarife untersucht. Die Analysten haben insgesamt 68 Prüfkriterien entwickelt. Am stärksten gewichten sie die Aspekte „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“, „Daten- und Geräterettung nach Cyber-Attacken“ sowie „Verlust bei Interneteinkäufen“.

Die Leistungshöhen variieren je nach Kriterium. Für entscheidende Aspekte wie „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“ betragen sie bis zu 20.000 Euro. „Verluste bei Interneteinkäufen“ und „Verluste bei Internetverkäufen“ sind bis zu 15.000 Euro gedeckt. In anderen, weniger zentralen Kriterien sind die Leistungen deutlich niedriger.

Das Ergebnis: Die meisten privaten Cyber-Versicherungen sind nicht besonders gut. Viele Tarife landen im Mittelfeld, einige sogar noch dahinter. Etwa ein Fünftel (vier von 19) finden sich in der schlechtesten Kategorie F-  („ungenügend“) wieder. Kein Tarif bekommt die Höchstnote FFF+ (hervorragend), nur eins stufen die Forscher als „sehr gut“ (FFF) ein.

Bei dem „sehr guten“ Tarif handelt es sich um ein Produkt der vergleichsweise kleinen ÖSA Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt. Mit 78 Prozent der möglichen Punkte erzielt sie das beste Ergebnis. Auch insgesamt schneiden öffentliche Versicherer am besten ab. So landet eine Police der VGH mit 74 Punkten auf Rang zwei. Eine Ausnahme bildet die Inter Allgemeine Versicherung, die mit „guten“ 71 Prozent (FF+) auf Rang drei kommt. Sie ist aber auch die einzige nicht-öffentliche Versicherung, deren private Cyber-Police den Franke und Bornberg-Analysten ein FF+ wert ist.

„Unübersichtliche Tariflandschaft“

Obwohl der Markt mit nur 19 Tarifen relativ klein ist, habe sich das Cyber-Rating als besonders schwierig erwiesen, erklärt Michael Franke. „Selten haben wir eine so unübersichtliche Tariflandschaft analysiert wie beim privaten Cyberschutz“, so der Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Zwar gebe es einige Cyber-Tarife mit identischem Bedingungswerk. Jedoch unterschieden sich Policen verschiedener Anbieter in ihren Leistungen und Ausschlüssen deutlich.

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