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Grundfähigkeitsversicherung 40 Tarife von 11 Versicherern erhalten die Bestnote

Skater
Skater: Im Schadenfall könnte eine Grundfähigkeitsversicherung greifen. | Foto: Pexels / Jan Kopřiva

Der Trend geht hin zum Bausteinprinzip. Allerdings fehlen immer noch verlässliche Standards für Vermittler und Verbraucher. Daher haben die Analysten von Franke und Bornberg insgesamt 52 Tarife und 850 Tarifkombinationen von 23 Gesellschaften nach bis zu 74 Kriterien unter die Lupe genommen. Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg, beschreibt die Situation: „Wenn es um Sicherung der Arbeitskraft geht, sind Grundfähigkeitsversicherungen zu einem wichtigen Baustein geworden. Aber je nach Anbieter unterscheiden sich Leistungsauslöser und deren Definitionen manchmal extrem.“ Das neue Rating soll nun vor allem dabei helfen, verlässliche Standards auf den Weg zu bringen.

Was sind überhaupt Grundfähigkeiten?

Ob Gehen, Stehen, Sehen oder Hören – unter diesen Grundfähigkeiten kann sich jeder Mensch etwas vorstellen. „Bei diesen Begriffen startet sofort das Kopfkino. Darauf setzen Marketing-Fachleute und Produktentwickler von Grundfähigkeitsversicherungen“, erläutert Franke. Auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen gestalteten sie Produkte, die Geschichten erzählen und Bilder auslösen. Einheitliche Definitionen fehlen. Übersicht und Vergleichbarkeit bleiben auf der Strecke. Neben den Grundfähigkeiten bieten etliche Versicherer zusätzliche Bausteine wie die Versicherung von schweren Krankheiten, Arbeitsunfähigkeit oder Psyche an.

Die Analysten von Franke und Bornberg beobachten zudem, dass versicherte Grundfähigkeiten berufsspezifischer werden. Das erleichtert den zielgruppenorientierten Vertrieb. Beispiele liefern versicherte Fähigkeiten wie:

  • Lkw-/ Busfahren (unter anderem Transportwesen)
  • das Benutzen von Atemschutzgerät (Handwerk und Feuerwehr)
  • Riechen und Schmecken (Gastronomie und Lebensmittelhandel) oder
  • Ziehen und Schieben (pflegende Berufe)

Seit 2019 stellt Franke und Bornberg den verschiedenartigen Leistungsauslösern einen eigens entwickelten einheitlichen Katalog der relevanten Grundfähigkeiten gegenüber. Hier werden alle Leistungsdefinitionen der Versicherer fachlich eingeordnet – unabhängig davon, wie der jeweilige Versicherer die Fähigkeit bezeichnet.

Vertrieblich motivierte Bausteine bleiben außen vor, wenn sie aus Sicht von Franke und Bornberg keinen Mehrwert bieten. „Durch den von uns geschaffenen neuen Standard konnten Vermittler und Verbraucher sicher sein, dass Produkte mit Top-Rating die 14 wesentlichen Grundfähigkeiten enthalten“, so Franke. Für das Grundfähigkeiten-Rating 2021 wurde der Katalog angepasst. Neu ist eine weitere Differenzierung der Fähigkeit, Hände zu gebrauchen. Statt zwei Varianten sind es nun drei. Bei der Grundfähigkeit Heben und Tragen unterscheidet Franke und Bornberg jetzt, ob dafür ein Arm oder beide Arme benutzt werden müssen. Und für die Grundfähigkeit Knien und Bücken spielt eine Rolle, ob zur Beurteilung der Fähigkeit ein Knie oder beide Knie den Boden berühren müssen. „Auf den ersten Blick wirken unsere Änderungen vielleicht detailverliebt. Für Versicherte aber kann eine Nuance im Wortlaut über alles oder nichts entscheiden“, erläutert Michael Franke.

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