48 Milliarden auf Dollar-Anstieg

Hedgefonds setzen auf US-Währung

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Zusammen mit anderen spekulativen Investoren haben Hedgefonds netto 48 Milliarden Dollar in Kontrakte gepumpt, mit denen sie auf einen steigenden Greenback wetten. Das zeigen Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington.

Sie sind so überzeugt davon, dass der Dollar seine stärkste Rally seit der Finanzkrise fortsetzen wird, dass sie ihn nun als Gewinner gegenüber Euro, Yen, Pfund und fünf weiteren wichtigen Währungen sehen.

Zwar wächst die US-Wirtschaft nicht so schnell wie vor dem Rutsch in die Rezession im Jahr 2007. Doch im Vergleich zum Euroraum, der in eine Deflation abgleiten könnte, der Rezession in Japan sowie einer Abschwächung in den Schwellenländern, die von China angeführt wird, sieht der Ausblick für die USA recht freundlich aus. Seit Mitte des Jahres hat der Bloomberg Dollar Spot Index fast 10 Prozent zugelegt.

“Die Investoren strömen in den Dollar aufgrund des Potenzials für weiteres Wirtschaftswachstum”, sagte Jennifer Vail, Leiterin Festverzinsliche bei U.S. Bank Wealth Management in Minneapolis.

Laut einer Umfrage von Bloomberg rechnen Analysten für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum für die USA von 3 Prozent im Vergleich zu 2,15 Prozent für die G-10-Industriestaaten. Und die US-Notenbank erwägt, ihren rekordniedrigen Leitzins im kommenden Jahr erstmals seit 2008 anzuheben.

Der Bloomberg-Index, der den Greenback mit zehn wichtigen Währungen - darunter Euro, Yen und Pfund - vergleicht, stieg am Dienstagmorgen auf 1101,39. Damit lag er nahe dem höchsten Schlussstand seit März 2009 und nahm Kurs auf den fünften monatlichen Gewinn in Folge.

“Der Dollar ist der beste in einer hässlichen Parade”, sagte Alan Ruskin, globaler Leiter G-10-Devisen bei der Deutschen Bank in New York, im Telefoninterview mit Bloomberg News. Die Deutsche Bank sieht den Dollar bis Ende 2015 auf 1,15 Dollar je Euro und auf 125 Yen je Dollar steigen, von derzeit 1,2421 Dollar je Euro und 117,98 Yen je Dollar.

In diesem Monat hatte der Greenback mit 1,2358 Dollar je Euro bereits ein Zweijahreshoch erklommen. Gegenüber dem Yen erreichte der Dollar ein Siebenjahreshoch bei 118,98 Yen.

Vail von U.S. Bank Wealth Management sieht den Dollar zum Ende dieses Jahres bei 1,2350 Dollar je Euro und bei 1,22 Dollar je Euro bis zum ersten Quartal 2015. Die Median-Schätzung von rund 60 Strategen in einer Umfrage von Bloomberg liegt bei 1,23 Dollar je Euro und 116 Yen je Dollar am 31. März.

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