Nick Clay: „Ein Szenario, das sich Regierungen nicht leisten können“
„Die übergreifende Auswirkung ist, dass die Regierungen wieder einmal das Gefühl haben, immer mehr ausgeben zu müssen. Die Verschuldung in weiten Teilen Europas ist hoch, ebenso wie in den USA, Großbritannien, China und anderen Ländern. Nun will auch Deutschland die Beschränkungen für die Staatsausgaben lockern.
Anstelle der anfänglichen Freude über die Aktienmärkte sollten sich Investoren eher auf die Reaktion der Anleihenmärkte konzentrieren. Ständig steigende Staatsausgaben, die die Einnahmen übersteigen – also Defizitausgaben –, bedeuten längerfristig höhere Zinssätze. Dies ist ein Szenario, das sich die Regierungen nicht leisten können.
Daher glauben wir, dass durch diesen Schritt die Wahrscheinlichkeit einer Inflation als einziger Ausweg für die Regierungen weltweit steigt – um das nominale Bruttoinlandsprodukt im Verhältnis zum Schuldenwachstum zu erhöhen. Unserer Ansicht nach sind die Aktienmärkte nicht auf eine Rückkehr der Inflation und die damit verbundenen Schwankungen vorbereitet. Wir suchen daher nach Unternehmen, die am besten in der Lage sind, mit Inflation und Volatilität umzugehen. Dabei handelt es sich um stabile Unternehmen mit Preissetzungsmacht. Und solche, die eine Dividende zahlen und steigern können, da die Aufzinsung der Dividende der stärkere Treiber der Gesamtrendite sein wird als der reine Kursgewinn. Außerdem halten wir es für wichtig, diszipliniert auf die Bewertungen zu achten. Denn Teuerung und Volatilität beinträchtigen die Fähigkeit hoch bewerteter Unternehmen, entgegen überzogenen Erwartungen zu liefern."