Suche
Lesedauer: 3 Minuten

Pflegenotstand 59 Milliarden Euro Kosten und 180.000 fehlende Pfleger

Werbebanner für freie Zimmer vor dem Vitanas Seniorenzentrum am Hainbach in Offenbach am Main
Werbebanner für freie Zimmer vor dem Vitanas Seniorenzentrum am Hainbach in Offenbach am Main: Im Jahr 2030 wird insgesamt eine Million Menschen in Deutschlands Pflegeeinrichtungen leben. | Foto: Imago Images / Norbert Neetz

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird 2030 auf 6 Millionen klettern. Das wären rund eine Million mehr als 2020. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung, die die Barmer-Krankenkasse in ihrem Pflegereport 2021 veröffentlicht hat.

Drei Millionen dieser Pflegebedürftigen werden laut Report ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt. Das wären rund 630.000 mehr als im Jahr 2020. Zudem wird es insgesamt eine Million Menschen vollstationär und 1,17 Millionen durch ambulante Pflegedienste versorgte Menschen geben. Dies entspricht einem Anstieg um gut 200.000 Betroffene (+26 Prozent) in Pflegeheimen und 165.000 Personen, die ambulant versorgt werden (+16 Prozent).

Um diese hohe Zahl an hilfsbedürftigen Menschen zu versorgen, braucht es Personal. Doch der Fachkräftemangel wird sich künftig weiter verschärfen. Bis zum Jahr 2030 sollen bei konservativen Annahmen insgesamt mehr als 180.000 Pflegekräfte fehlen, davon etwa 81.000 Pflegefachkräfte, 87.000 Pflegehilfskräfte und 14.000 Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung, so die Barmer. Würde man im stationären Bereich die vollständige Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens berücksichtigen, wäre diese Lücke sogar noch größer.

Familienfreundliche Arbeitszeiten in der Pflege

Um den Pflegeberuf für künftige Fach- und Hilfskräfte attraktiver zu machen, schlägt Barmer vor, geteilte Dienste abzuschaffen und den Anspruch auf familienfreundliche Arbeitszeiten einzuführen. Außerdem müsse mehr getan werden, um die Belastungen dieser enorm anstrengenden Arbeit abzufedern.

Mehr zum Thema