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Fallende Kurse 6 Investmenttipps für turbulente Börsenzeiten

Alles rot
Alles rot: Wie Anleger sich bei Kursstürzen am besten verhalten, erklärt Steve Langer, Market Director Germany bei Openbank | Foto: Imago Images / Xinhua
Steve Langer, Openbank

Pandemie, Inflation, politische Krisen – die Kurse an den Börsen werden stets durch das aktuelle Weltgeschehen beeinflusst und sind nur schwer vorherzusagen. Herrschte an den Märkten gestern noch ein stabiler Aufwärtstrend, können sie am nächsten Handelstag bereits ins Bodenlose fallen.

Infolge der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Zentralbanken wagen sich dennoch auch immer mehr Neulinge auf das Börsenparkett. In Zeiten fallender Kurse sollten sie diese sechs Tipps besonders beachten.

  1. Die wichtigste Regel: Keine Panik!

Ob wir es wollen oder nicht: Wir werden von den Medien und dem, was um uns herum geschieht, stark beeinflusst. Derzeit scheinen die Marktrückgänge und die hohe Volatilität unter Anlegern eine gewisse Panik auszulösen. Lass dich davon nicht anstecken. Dieser Punkt ist einer der wichtigsten Aspekte, um zu vermeiden, dass du übereilte Entscheidungen triffst und folglich zu sehr niedrigen Preisen verkaufst.

  1. Kontrolliere deine Gefühle

Wenn die Kurse stark sinken, ist eine emotionale Reaktion normal. Sie zu kontrollieren und intelligent zu verwalten, macht den Unterschied zwischen Verlust und Erfolg aus. Viele nicht-professionelle Anleger neigen dazu, Vermögenswerte zu kaufen, wenn der Markt in einer Hochphase oder sogar überbewertet ist und zu verkaufen, wenn der Markt fällt.

Die Wahrheit ist, dass Emotionen bei der Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen, auch an den Märkten. Um die eigenen Finanzen in Zeiten hoher Volatilität und Instabilität zu schützen, ist es von entscheidender Bedeutung, rational zu bleiben.

  1. Informiere dich laufend über das Geschehen auf den Märkten

Sobald du deine Emotionen unter Kontrolle gebracht hast, ist es wichtig, die Situation zu analysieren und zu verstehen, warum sich der Markt negativ verhält: Liegt es vielleicht nur an einem vorübergehenden Ereignis? Was noch wichtiger ist: Kannst du die fallenden Kurse aussitzen oder brauchst du das Geld sofort zurück, um etwas für Notfälle zur Verfügung zu haben. Bedenke, dass die Kurse gerade nach unten tendieren und du bei einem Verkauf unter Umständen mit großen Verlusten rechnen musst. Um das zu verhindern, ist es wichtig, ein Polster für Notfälle aufzubauen und darüber hinaus nur den Anteil zu investieren, den du kurzfristig nicht benötigst.

  1. Blick in die Vergangenheit

Es gibt Zeiten, in denen es am sinnvollsten ist, zurückzublicken. Du wirst feststellen, dass eine solche Phase des Marktrückgangs weder einzigartig noch beispiellos ist. Der Markt geht auf und ab. Sogenannte Bullenmärkte und Bärenmärkte gab es schon immer und das wird auch in Zukunft so sein. Letztendlich kommt es darauf an, zu wissen, wie man mit der Ungewissheit umgeht, um gute und schlechte Zeiten für sich zu nutzen.

Vielleicht stellst du dir die Frage, was passiert wäre, wenn du in den Markt eingestiegen oder aus dem Markt ausgestiegen wärst. Experten sind sich einig, dass Marktbewegungen von niemandem mit Sicherheit vorhergesagt werden können. Wer also versucht, alles richtig zu machen, riskiert, künftige Renditen zu schmälern, da er möglicherweise die Tage der größten Erholung verpasst.

Ein Beispiel: Im Jahr 2020 kam es aufgrund des Coronavirus zu einem starken Einbruch der Finanzmärkte. Der MSCI World Index, der üblicherweise zur Darstellung des globalen Aktienmarktes verwendet wird, fiel zwischen dem 20. Februar und dem 23. März 2020 an nur 22 Handelstagen um 35 Prozent. Bis zum 27. August desselben Jahres hatte der Index den gesamten Rückgang wieder aufgeholt und stieg von seinem Tiefststand um 54 Prozent.

Wenn du deine Anlagen damals also zum Zeitpunkt der stärksten Marktrückgänge verkauft hättest, hättest du einen Verlust von 35 Prozent hinnehmen müssen und wärst nicht in der Lage gewesen, von der anschließenden schnellen Erholung zu profitieren. Deshalb ist es wichtig, dass du bei deinen Investitionen immer den Zeithorizont im Auge behältst, damit die gelegentliche Volatilität der Märkte deine mittel- oder langfristigen Gewinne nicht gefährdet. Wenn du nicht verkaufst, hast du weder verloren noch gewonnen. Solange die Möglichkeit besteht, ist es also am besten, die Schwankungen auszusitzen und den nächsten Aufschwung zu nutzen. Geduld ist beim Investieren, wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens, eine Tugend.

  1. Plane deine nächsten Schritte

Was kannst du also tun, außer den Marktabschwung zu überstehen?

Wenn alle in Panik geraten, ist es am besten, an der ursprünglich festgelegten Spar- und Anlagestrategie festzuhalten, sofern sich deine Lebensumstände nicht geändert haben. Wenn du bisher zum Beispiel regelmäßig Beiträge eingezahlt hast, solltest du das auch weiterhin tun. Durch die Streuung des Einstiegszeitpunkts mittels vieler kleinerer Beträge bist du weniger davon abhängig, den perfekten Moment zu erwischen. Das Risiko der einzelnen Beiträge wird neutralisiert, da sie als Puffer gegen Marktschwankungen wirken. Wenn du bislang noch nicht mit sogenannten Sparplänen arbeitest, solltest du sie zukünftig vielleicht in deinen Investitionsplan einbeziehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Diversifizierung deiner Anlagen, um Risiken zu verringern. Das gilt sowohl in starken als auch in schwachen Marktphasen. Es ist wichtig, mehrere Anlageklassen im Depot zu haben, also Aktien, Anleihen und Geldmarktanlagen zu kombinieren. Denn: Auch bei Bärenmärkten geht selten alles auf einmal schief.

  1. Möchtest du alleine reisen oder bevorzugst du es, gefahren zu werden?

Wenn dir das alles zu kompliziert erscheint, solltest du in Erwägung ziehen, die Verwaltung deiner Investitionen in die Hände eines Experten zu legen. Heutzutage gibt es verschiedene Alternativen wie beispielsweise Roboadvisor, die diese Art von Dienstleistung mit einer breit aufgestellten Verwaltung anbieten. Bei Openbank werden Anlageentscheidungen im Rahmen unseres automatisierten Roboadvisor-Dienstes von unserem Anlageausschuss getroffen, der sich aus Fachleuten zusammensetzt. So wird dein Geld optimal verwaltet – auch in turbulenten Zeiten.

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