Deutsche Service-Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) sind bei Kundenbetreuung und Service grundsätzlich gut aufgestellt. Allerdings hapert es bei ihnen zuweilen bei wichtigen Herausforderungen im Bereich Innovation und Digitalisierung. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von SWI Finance für das Branchenmagazin „Tiam“  hervor.

In der Studie, die im Oktober 2024 durchgeführt wurde, erreichten sechs von elf bewerteten Anbietern die Bestnote „sehr gut“: Ampega, Axxion, Hansainvest, Hauck & Aufhäuser Fund Services, IP Concept und Universal Investment. Wirkliche Ausreißer in der Gesamtbewertung gab es nicht: Die übrigen fünf Gesellschaften BNY Mellon Service KVG, Fundrock LRI, Intreal, Kontora und Xolaris wurden mit „gut“ bewertet. 

Breites Bewertungsspektrum

Die Analyse beruht auf 254 Bewertungen von 182 Teilnehmern aus dem Finanzsektor, darunter Fondsinitiatoren, Vermögensverwalter, Family Offices, Banken und Berater. Einige der Befragten arbeiten mit mehreren KVGs zusammen und konnten daher mehrere Bewertungen abgeben.

 

Die Studie erfasste zahlreiche Leistungskriterien, von der Betreuungsqualität über die Darstellung von Fondsdaten auf den Webseiten bis hin zur Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Auch die Expertise bei verschiedenen Asset-Klassen, die Effizienz beim Auflegen neuer Fonds und die Qualität des Vertriebs flossen in die Bewertung ein. Ebenso floss in die Gesamtbewertung der sogenannte Net Promoter Score ein – das Maß an Bereitschaft, einen Anbieter weiterzuempfehlen.

Stärken bei Kernleistungen, Schwächen bei Zukunftsthemen

„Obwohl die Gesamtleistung der analysierten Service-KVGs gut war, zeigen sich dennoch Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und der Kundenbindung“, stellen die Autoren von SWI Finance fest. Besonders positiv fielen demnach die Beurteilungen im Bereich der Basisdienstleistungen aus. Vor allem bei Betreuung und Serviceorientierung konnten die deutschen Anbieter überzeugen. Schwächer schnitten die KVGs dagegen bei Zukunftsthemen wie Innovationsfähigkeit, digitalen Services und der Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenwünsche ab. Auch kritisierten die Befragten häufig die Kostenstruktur der Häuser.  

Fazit: Nach Einschätzung von SWI Finance ist die Branche grundsätzlich gut aufgestellt. Die Häuser sollten allerdings weiter an Effizienz, Geschwindigkeit und Kosten arbeiten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.