Für den Verkauf von Papieren, die auf Lebenserwartung ehemaliger Lebensversicherungskunden wetten, muss Keydata-Chef Stewart Ford eine Rekordstrafe zahlen. Foto: Anna Meister / Pixelio

Für den Verkauf von Papieren, die auf Lebenserwartung ehemaliger Lebensversicherungskunden wetten, muss Keydata-Chef Stewart Ford eine Rekordstrafe zahlen. Foto: Anna Meister / Pixelio

650-Millionen-Pfund-Klage gegen den FCA

Nach der Rekordstrafe: Der „Todes-Zocker“ schlägt zurück

//

Die britische Finanzaufsicht (FCA) hat am Dienstag die Rekordstrafe gegen den Verkäufer der sogenannten "Todes-Bonds" verhängt. Stewart Ford, ehemaliger Chef des Finanzdienstleisters Keydata, muss 75 Millionen britische Pfund (umgerechnet 105 Millionen Euro) an die Behörde zahlen. Zwei weitere frühere Keydata-Manager - Mark Owen und Peter Johnson - kommen mit vier Millionen Pfund beziehungsweise 200.000 Pfund davon. 

Der Grund: Keydata verkaufte Lebensdauerzertifikate an die überwiegend älteren britischen Anleger. Die Renditen dieser auch als Todes-Bonds bezeichneten Papiere, die mit gebündelten Lebensversicherungen verknüpft sind, hängen unter anderem davon ab, wann ehemalige Halter der Lebensversicherungen sterben. 

Für den Verkauf der umstrittenen Produkte kassierten die drei Manager hohe Gebühren ein. Die Renditen hingegen blieben hinter den Versprechungen zurück. Insgesamt soll das Trio Papiere für über 450 Millionen Pfund an rund 30.000 Anleger verkauft haben. Nachdem viele der Anleger Geld mit den „Todes-Zertifikaten“ verloren, machte die britische Finanzaufsicht FCA Keydata 2009 dicht. Die Behörde warf den Managern Verstöße gegen Regulierungsauflagen vor.

Die Strafe, die die FCA gegen sie verhängt hat, wollen die drei Keydata-Manager nicht akzeptieren. Sie legten Berufung ein.

Außerdem schlägt Ford zurück und verklagt seinerseits die FCA und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Wie der britische The Independent in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat Ford eine Klage vor dem High Court, dem Obersten Zivilgericht in Großbritannien eingereicht. 650 Millionen Pfund will der Ex-Keydata-Chef von den Regulierern und den Prüfern dafür, dass sie sein Unternehmen „ohne triftigen Grund“ zerstört hätten. Zudem soll die Behörde seine Strafe erlassen. Den Wirtschaftsprüfern von PwC wirft Ford wiederum vor, bei dem Prüfungsbericht falsche Schlüsse gezogen und das Unternehmen zu Unrecht für insolvent erklärt zu haben. Die Prüfer hätten sich nicht einmal die Mühe gemacht, mit dem Keydata-Management zu sprechen, klagt Ford im Gespräch mit The Independent.

Mehr zum Thema
nach oben