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Aktualisiert am 12.12.2019 - 11:29 Uhrin Studien & UmfragenLesedauer: 2 Minuten

66-Wort-Sätze Bleiwüsten verhindern BU-Abschlüsse

Vertragsunterschrift: BU-Anbieter, die ihre Versicherungsbedingungen unverständlich formulieren, vergraulen Kunden.
Vertragsunterschrift: BU-Anbieter, die ihre Versicherungsbedingungen unverständlich formulieren, vergraulen Kunden. | Foto: Pexels

Gerade einmal rund 30 Prozent der Erwerbstätigen-Haushalte haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung). Die Versicherer sind daran nicht ganz unschuldig, so das Ergebnis einer Studie, die Günther Zimmermann und Marcus Friedrich von der Technischen Universität Braunschweig zusammen mit Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer von Premium Circle durchgeführt haben. Denn durch kompliziert und unverständlich formulierte Versicherungsbedingungen halten die BU-Anbieter potenzielle Kunden vor einem Abschluss ab.

Für ihre Studie untersuchten Friedrich und Zimmermann exemplarisch die BU-Versicherungsbedingungen der Axa. In einem ersten Schritt führten sie eine Textanalyse durch. Das Ergebnis: Der Text enthält viele ungeläufige Wörter und der Satzbau ist unnötig komplex. Als Beispiel zitiert Zimmermann einen Satz, der ganze 66 Wörter enthält. Das übersteige die Verarbeitungskapazität des Lesers deutlich, so Zimmermann.

Es geht auch einfacher

Dass derart lange und komplizierte Sätze unnötig sind, zeigen die Forscher in der anschließenden quantitativen Studie. Sie haben den Text sprachlich überarbeitet. Damit zeigen sie, dass man Versicherungstexte auch verständlich formulieren kann, ohne dass etwas von ihrem Inhalt verloren geht. Anschließend gaben sie Studierenden einer niedersächsischen Universität entweder das Original oder die überarbeitete Version zu lesen und fragten nach ihren Eindrücken.

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