Fast drei Viertel der Versicherungsmakler sind aktuell zwischen 55 und 70 Jahre alt. Bis 2030 werden viele von ihnen bereits in Rente sein. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Bearing Point-Studie „Maklermarkt 2030“.

So viele Übernahmen wie noch nie

Die Konsolidierung nehme massiv an Fahrt auf, so ein weiteres Studienergebnis. „Wir rechnen mit einer Zahl an Übernahmen, wie es sie bisher nicht gegeben hat“, sagt Sven Gerhardus, Partner Vertrieb und Marketing im Versicherungsbereich bei Bearing Point. Aktuell beschäftigen sich laut Studie 75 Prozent der Makler mit ihrer Nachfolge. Andere suchen nach Wegen, das eigene Geschäft im hart umkämpften Markt so umzustellen, dass sie auch 2030 noch wettbewerbsfähig sind.

Für kleine Makler dürfte das besonders schwer werden, betont Gerhardus. Bauchladenkonzepte würden künftig nicht mehr funktionieren. Beinahe jeder zweite Teilnehmer seiner Studie geht davon aus, dass kleinere Maklerhäuser ohne Spezialisierung gänzlich verschwunden sein werden.

Das Verhältnis zwischen Einfirmenvertretern und Maklern lag 2013 noch bei knapp 4:1. Im Jahr 2023 ist es nur noch etwas mehr als 2:1. „Diese Entwicklung zeigt eine deutliche Konzentration auf den Vertriebsweg Makler“, kommentieren die Studienautoren. 2030 werden Makler nach Auffassung von 60 Prozent der Studienteilnehmer zum größten Vertriebsweg der Branche aufsteigen.

 

Anzahl digitaler Makler verdoppelt sich

Darüber hinaus wird die Branche immer digitaler. Bis 2030 rechnen fast 80 Prozent der Befragten damit, dass sich die Zahl rein digitaler Makler – die gänzlich ohne stationären Vertrieb auskommen – im Vergleich zu heute noch einmal verdoppeln wird. Den Grund dafür sehen die befragten Experten in der Bequemlichkeit der Kunden und dem einfachen Zugang zu Versicherungsprodukten. „Auch wenn der direkte, persönliche Kundenkontakt weiterhin wichtig bleiben wird, eröffnen sich mit KI-Anwendungen wie ChatGPT ganz neue Möglichkeiten, vor allem beim Vertrieb“, sagt Gerhardus. Allerdings scheine diese Entwicklung bei vielen Marktteilnehmern so noch nicht angekommen zu sein.

Insgesamt sehen die Studienautoren bereits heute einen Trend zur Erhöhung des Betreuungsschlüssels in der Versicherungswirtschaft. Bis 2030 wird ein Makler nach Ansicht einer Mehrheit der Befragten 30 Prozent mehr Kunden betreuen als heute.

Maklermarkt 2030
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Über die Studie

Bearing Point hat im Rahmen seiner Studie Versicherungen, die aktiv im Maklermarkt sind, Makler selbst sowie Private-Equity-Unternehmen befragt. Insgesamt wurden 40 Interviews mit Vertriebsvorständen und Leitern des Maklervertriebs von Versicherungen, Geschäftsführern von Maklerhäusern und großen Maklerpools und anderen Entscheidungsträgern durchgeführt.