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Black Earth kauft und bewirtschaftet landwirtschaftliche Flächen, Quelle: Bloomberg

Black Earth kauft und bewirtschaftet landwirtschaftliche Flächen, Quelle: Bloomberg

8 bis 10 Prozent: Drei interessante Schwellenländer-Bonds

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Black Earth

Black Earth Farming Ltd. kauft und bewirtschaftet landwirtschaftliche Flächen. Das schwedische Unternehmen hat dabei seinen regionalen Schwerpunkt in Russland: Dort besitzt es 260.000 Hektar Ackerland, das es zu einem Preis von 250 US-Dollar pro Hektar gekauft hat. Aktuell wird der Kaufpreis für russisches Ackerland auf 600 US-Dollar pro Hektar geschätzt. Zum Vergleich: In der benachbarten Ukraine kostet der Hektar rund 1.500, in Brasilien – der „Kornkammer der Welt“ – rund 4.400 und im US-amerikanischen „Corn Belt“ um die 10.000 US-Dollar.

Damit handelt es sich bei Black Earth um ein Unternehmen mit erheblichen Vermögenswerten. Sein aktueller Marktwert beträgt 156 Millionen US-Dollar, seine Nettoverschuldung beläuft sich auf lediglich 76 Millionen US-Dollar. Die Schuldenquote ist damit sehr niedrig. Die Anleihebedingungen schränken die Möglichkeiten des Unternehmens ein, seinen finanziellen Hebel zu erhöhen, Dividenden auszuzahlen oder das Unternehmen zu verkaufen, bevor es die Anleihe zurückgezahlt hat. Die Anleihe hat einen Kupon von 10 Prozent, notiert zurzeit bei 98 Prozent, bringt eine Rendite von 11,1 Prozent und wird im Januar 2014 fällig.

PT Gajah Tunggal

Reifen für PKW, LKW, Industriefahrzeuge und Motorräder stehen im Mittelpunkt der Produktion des indonesischen Unternehmens. Als größter Reifenhersteller Südostasiens hat PT Gajah Tunggal darüber hinaus auch weitere industrielle Produkte aus Gummi im Portfolio. Die Anleihe ist bereits seit Auflage des Emerging Markets Corporate Bonds Fonds im Jahr 2010 im Portfolio. >>VERGRÖSSERN


 
Damals notierte sie jedoch deutlich unter dem Nennwert. Das lag am Zinskupon von zunächst 5 Prozent, der das Papier unrentabel erscheinen ließ. Analysten und Investoren hatten aber übersehen, dass es ein „Step-up-Kupon“ war, der von fünf auf sechs, acht und schließlich 10,25 Prozent steigt. Mit der erheblichen Steigerung der Rentabilität wurde klar, dass das Unternehmen früher oder später in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investieren muss. Als wir begannen, die Anleihen zu kaufen, war das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital von über 300 Prozent auf unter 100 Prozent gesunken.

Die von uns gekauften Anleihen waren aber mit sehr strengen Bedingungen begeben, was Neuinvestitionen betrifft: Überschreiten diese einen festgelegten Grenzwert, muss das Unternehmen alle ausstehenden Anleihen zu 100 Prozent kündigen und zurückzahlen. Derzeit notieren sie genau dort. Bis zur Kündigung erhalten wir weiter den jährlichen Zinskupon, der aktuell bei 8 Prozent steht. Regulär wird die Anleihe im Jahr 2014 fällig.

DNO International

DNO International fördert Öl und Gas in Kurdistan, im Jemen und in Oman. Es war das erste ausländische Unternehmen, das nach den 1970er Jahren im Irak tätig werden durfte. Seitdem hat DNO International die Infrastruktur und Pipelines für eine gut funktionierende Ölförderindustrie aufgebaut. Es fördert derzeit Öl für drei US-Dollar pro Barrel und verkauft es vor Ort für 30 bis 35 US-Dollar pro Barrel.

Auf dieser Grundlage schätzen wir die Schuldenquote des Unternehmens auf 24 Prozent. Zum Vergleich: Im norwegischen Schelf oder im Golf von Mexiko arbeitende Ölgesellschaften müssen deutlich höhere Förderkosten tragen. Die Produktionsanlage kann 100.000 Barrel pro Tag sehr gut fördern. DNO will den Wert in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Wir halten auch hier hochverzinsliche Anleihen (zurzeit 8,5 Prozent) eines Unternehmens mit großen Vermögenswerten und ebensolchem Potenzial, was die Einnahmen aus Ölverkäufen betrifft.

Die politische Lage in der Region mag unsicher sein; das gesamte Geld des Unternehmens befindet sich jedoch nicht im Irak, sondern ist sicher im Ausland angelegt. Das Barguthaben von DNO International beträgt 1,75 Milliarden Norwegische Kronen (rund 310 Millionen US-Dollar), seine Gesamtverschuldung beläuft sich auf lediglich 1,65 Milliarden Norwegische Kronen. Angesichts des anhaltenden Konsolidierungstrends in der Öl- und Energiebranche halten wir DNO außerdem für einen möglichen Übernahme- oder Fusions-Kandidaten. Die DNO-Anleihen werden 2016 fällig, können aber im April 2013 zu 106 Prozent gekündigt werden. Der Kupon ist variabel und liegt aktuell bei 7,8 Prozent.

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