Der Verkauf des Hotel Adlon ist gescheitert. 86 Prozent der Anleger stimmten dafür, die nötige Kapitalmehrheit verfehlte der Deal trotzdem. Wenige Große stoppten die Vielen. Anno August Jagdfeld verwaltet den Fonds und führt die Immobilie. Verpflichtet fühlt er sich den Altanlegern, die von Anfang an dabei waren, viele mit Einlagen um 50.000 Euro. Sie sollen zum selben Preis herauskommen wie die institutionellen Investoren. „Weil das haben die auch verdient“, sagt er im Podcast.

Eine Börse gibt es für solche Anteile nicht. Als Käufer bleiben vor allem Zweitmarktfonds. Die kaufen bei 40 und lösen bei einem Verkauf des Hotels 80 auf – 100 Prozent Aufschlag, verdient nicht am Hotel, vielmehr am fehlenden Markt.

Gestritten wurde auch über Jagdfelds Erfolgsbeteiligung: 20 Prozent auf alles oberhalb einer Schwelle ab 310 Millionen Euro. Auf den Kurs gerechnet seien das zwei bis drei Prozent, sagt er, und rechnet weiter: Jeder Private-Equity-Fonds im Private Banking hat seine Prämie, jeder Vorstand seinen Bonus für einen guten Aktienkurs. „Das ist, glaube ich, ein etabliertes Modell im Wirtschaftsleben.“

2032 endet der Pachtvertrag, der Kredit wird vorher fällig. Wer dann verkauft, verhandelt schwächer. Jagdfeld will deshalb ein zweites Mal abstimmen lassen und erinnert die beteiligten Sparkassen daran, wessen Klientel die Kleinanleger sind.

Ein solches Haus würde er heute nicht mehr mit tausenden Privatanlegern finanzieren. Trophy-Immobilien gehören für ihn in institutionelle Hände, die die nötigen Millionen für die nächste Phase mitbringen. Damals hatte er keine Wahl. Kempinski hing an Dresdner Bank, Commerzbank und Lufthansa, eine Aktienplatzierung war ausgeschlossen, Banken und Versicherungen wollten das Risiko nicht. Vor dem Hotel verkauften russische Soldaten ihre Mützen, ringsherum lagen Trümmer. Der geschlossene Fonds mit Steuervorteil war das einzige Vehikel, das den Bau möglich machte. Der Steuervorteil, sagt Jagdfeld, war nichts anderes als eine Risikoprämie.

Ende des Jahres wird Jagdfeld 80 und arbeitet nach eigener Auskunft 60 Stunden pro Woche. Im Podcast erzählt er, mit welchem Satz er 30 Jahre Heiligendamm zusammenfasst und was er täte, wenn er morgen 300 Millionen Euro investieren müsste. Auf Wohnimmobilien setzt er nicht. Wie genau das funktioniert, welche Fehler gemacht wurden und worauf Anno Jagdfeld jetzt setzt, darüber spricht Anno Jagdfeld im Podcast.