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Ärztin nutzt Virtual-Reality-Brille zur Darstellung einer Untersuchung: Neuartige Anwendungen sind in der Medizin gerade jetzt auf dem Vormarsch. | © imago images / Jochen Tack Foto: imago images / Jochen Tack

AB-Fondsmanager zur Gesundheitswirtschaft

Die Krise hat einen Innovationsschub ausgelöst

Der Portfolio-Manager und Senior Research Analyst für US-Wachstumsaktien und das International Healthcare Portfolio der US-Fondsgesellschaft sieht mehrere Gründe, die den Sektor gegenwärtig vor ungewöhnliche Herausforderungen stellen:

  • Schließung von Arztpraxen: Vielerorts wurden all diejenigen Arztpraxen geschlossen, die nicht direkt dem medizinischen Bedarf im Zusammenhang mit Viren dienen. Dies reicht von Allgemeinmedizinern, Familienkliniken und Tierärzten bis hin zu anderen medizinischen Einrichtungen.
  • Verschiebung von Behandlungen: Elektive Operationen, Behandlungen chronischer Krankheiten, Orthopädie und andere Dienstleistungen wurden zugunsten der Behandlung von COVID-19-Patienten zurückgestellt. Gerade große medizinische Einrichtungen erzielen hieraus jedoch den größten Teil ihrer Einnahmen. Auch die Zahl der unfallbezogenen Operationen ist stark zurückgegangen, weil die Menschen zuhause bleiben müssen.
  • Verlangsamte Forschung: Als Antwort auf den weltweiten Ruf nach Virusbehandlungen und einem Impfstoff haben die großen Pharmakonzerne die sonstigen medizinischen Forschungsarbeiten in ihren Pipelines gebremst.

Pandemie beschleunigt Wandel

Dennoch ist Thapar überzeugt, dass Anleger defensive Gesundheitsaktien finden können, die interessante langfristige Wachstumsaussichten bieten. Denn der Sektor biete Unternehmen, die alle Widrigkeiten überstehen, was ihn aus Investorensicht zu einem Dauerbrenner mache. Deshalb sei es wichtig, über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinauszublicken und die Grundlagen jener Gesundheitsunternehmen zu betrachten, die für die Zukunft gerüstet sind.

So umfasse das Gesundheitswesen viele Spezialgebiete, von denen einige direkt vom Umbruch profitieren können. Als Beispiele führt Thapar Anwendungen im Bereich Telemedizin sowie virtuelle Produktmarketingstrategien der Pharmaunternehmen an. Tatsächlich habe das Gesundheitswesen bei der Einführung neuer Technologien in der Vergangenheit nur zögerlich Fortschritte gemacht. Stattdessen bedurfte es einer Krise, um einen Innovationsschub auszulösen.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Dasjenige Unternehmen, das einen Impfstoff gegen COVID-19 findet, wird sicherlich ein großer Gewinner der aktuellen Krise sein. Dennoch warnt der AB-Experte Anleger davor, aus reiner Hoffnung auf ein Blockbuster-Medikament eine binäre Wette bei der Geldanlage einzugehen – zumal selbst für ein solches Medikament Vermarktungschancen und Profitabilität insgesamt bescheiden sein könnten.

Die Vorhersage wissenschaftlicher Durchbrüche sei keine umsichtige Auswahlstrategie für Gesundheitsaktien, gibt Thapar zu bedenken. An erster Stelle stehen für ihn solide Fundamentaldaten wie gesunde Bilanzen und dauerhafte Wettbewerbsvorteile.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.

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