Abenomics zeigen Wirkung Investoren sind zu skeptisch gegenüber Japan

Shopping-Meile in Tokio: „Die Gewinne der Unternehmen sind so hoch wie nie“  | © Pixabay

Shopping-Meile in Tokio: „Die Gewinne der Unternehmen sind so hoch wie nie“ Foto: Pixabay

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Olympia-Fans schauten in den vergangenen beiden Wochen gebannt nach Südkorea. Im Peyongchang kämpften die besten Wintersportler der Welt um Gold. Im Sommer 2020 richten sich dann die Blicke nach Tokio, wo Leichtathleten, Wassersportler und Co. sich auf Medaillenjagd begeben. Während Sportbegeisterte sich noch zwei Jahre gedulden müssen, sollten Anleger ruhig jetzt schon mal einen Blick nach Japan wagen – und zwar nicht nur, weil steigende Tourismuszahlen im Vorfeld der Olympischen Spiele der Wirtschaft zuträglich sind.

„Anleger sind gut beraten, ihre seit Jahren pessimistische Einschätzung des Landes zu überdenken“, mahnt Takashi Maruyama. Denn nach Ansicht des Anlagechefs für japanische Aktien bei Fidelity International sind in Japan derzeit zahlreiche positive Entwicklungen zu beobachten, die die Aussichten für den Aktienmarkt günstig erscheinen lassen. Sei es die Binnenwirtschaft, das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum oder die geringe Arbeitslosigkeit, um nur einige Punkte zu nennen.

Viele, vor allem ausländische Anleger lassen sich von den langwierigen Problemen des Landes immer noch abschrecken. „Die am häufigsten genannten Gründe für ihre Skepsis sind der noch nicht gänzlich gebannte Deflationsdruck, die hohe Staatsverschuldung sowie die ungünstige demografische Entwicklung“, sagt Maruyama. „Vieles wendet sich jedoch zum Besseren.“

Umdenken in den Köpfen der Verbraucher

Auf einem guten Weg sieht er beispielsweise die Inflation. Das 2-Prozent-Ziel der Notenbank ist zwar bei weitem noch nicht erreicht. Der Trend der Gesamtinflationsrate als auch der Verbraucherpreise ohne Nahrungsmittel zeigt aber seit einigen Monaten nach oben. „Hinzu kommen die zusehends engen Arbeitsmärkte und der sich allmählich auflösende Rückstau in der Wirtschaft“, so Maruyama. Für entscheidend hält er jedoch nicht nur die nackten Zahlen, sondern vielmehr das Umdenken in den Köpfen. Seit Jahren herrscht unter Japans Verbrauchern eine Erwartungshaltung sinkender Preise. Das ändere sich nun, zumal die ersten Firmen die Preise tatsächlich erhöhen. Als Beispiel nennt der Japan-Experte die Brauerei Asahi Breweries, die in Kürze zum ersten Mal seit zehn Jahren den Bierpreis für ihre Gastronomiekunden anheben will. Auch der Kurierdienst Yamato Holdings erhöht nach 27 Jahren die Zustellgebühren.

Die Herausforderung einer alternden Bevölkerung geht Japan ebenfalls an. Immer mehr Frauen und Bürger jenseits der 65 stehen in Lohn und Brot. Zudem kommen mehr Gastarbeiter ins Land. „Die steigenden Beschäftigungszahlen wirken sich über wachsende Arbeitseinkommen und ein höheres Verbrauchervertrauen auf den Binnenkonsum und die Wirtschaft aus“, erklärt Maruyama.

Positive Fortschritte sieht er ebenfalls in der Fiskalpolitik. Die Finanzlage des Landes, die häufig Anlass zu Kritik war, bessert sich. Zwar hat Premierminister Shinzo Abe das ursprünglich für 2020 anvisierte Ziel eines ausgeglichenen Primärhaushalts nach hinten verschoben. „Aber beim Haushalt stimmt die Richtung nach diversen Maßnahmen wie der Mehrwertsteuererhöhung auf 8 Prozent im Jahr 2014 . Die Steuereinnahmen steigen kontinuierlich“, sagt Maruyama und sieht sogar fiskalpolitischen Spielraum: „Mit einer flexiblen Herangehensweise an fiskalische Anreize kann die Regierung meines Erachtens zusätzlich konjunkturfördernde Maßnahmen verabschieden.

Erheblicher Kursanstieg 2018 zu erwarten

Auch im gesamtpolitischen Klima sieht Murayama keinen Anlass zur Sorge. Bei den Unterhauswahlen im Oktober 2017 errang Abe zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren einen klaren Sieg. Eine Abkehr von seiner Wirtschaftspolitik, der Abenomics, ist daher nicht zu erwarten. „Japans Wirtschaft erlebt gegenwärtig die längste Wachstumsphase seit über zehn Jahren. Die geldpolitischen Zügel bleiben locker, und die Gewinne der Unternehmen, die wieder mehr investieren, sind so hoch wie nie“, fasst Maruyama die Lage zusammen. Er sieht daher in japanischen Aktien attraktive Anlagechancen.

Sein Kollege, Fidelity-Fondsmanager Nicholas Price, ergänzt: „Gemessen an der fundamentalen Situation der Unternehmen und den Börsenbewertungen sind japanische Aktien im weltweiten Vergleich relativ günstig. Hinzu kommen positive Ertragsperspektiven, was für 2018 einen erheblichen Kursanstieg erwarten lässt.“ Und auch bislang oft beklagte Schwachpunkte japanischer Unternehmen sollen sich bessern. „Die Regierung will Anreize dafür setzen, dass die Firmen ihre operative Effizienz steigern, ihre Eigenkapitalrenditen erhöhen, ihre Corporate Governance verbessern, mehr Beschäftigte einstellen, höhere Dividenden zahlen und in verstärktem Umfang Aktien zurückkaufen – wovon die Anleger direkt profitieren würden“, sagt Soeren Addicks, ebenfalls Fondsmanager für japanische Aktien bei Fidelity.

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