Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)

Aber bitte mit Bonus

//
In unsicheren Zeiten spielen Bonuszertifikate ihre Stärke aus – wenn der Puffer groß genug und der Basiswert richtig gewählt ist.

34 Prozent verlor die Aktie der Hypo Real Estate am 15. Januar. Dieser höchste Tagesverlust eines Dax-Werts vermieste nicht nur den Aktionären die Stimmung, noch schlimmer traf es die Anleger der meisten Bonuszertifikate auf die Immobiliengesellschaft: Unzählige Sicherheitsschwellen wurden gerissen. Das heißt, kein Bonus mehr, und auf die Dividende müssen die Zertifikateanleger ohnehin verzichten. Fast alle Anleger, die auf Bonuszertifikate auf die Hypo Real Estate gesetzt haben, stehen daher heute schlechter da als Besitzer der Aktie.
Doch auch in vielen anderen weniger spektakulären Fällen gibt es keinen Bonus mehr. Allein am Montag der vergangenen Woche haben 2.700 Papiere ihre Sicherheitsschwelle verletzt und sind für Anleger bei Fälligkeit gerade noch das wert, was die Aktie dann kostet. Von den Zertifikaten auf die Commerzbank zahlen 61 Prozent keinen Bonus mehr, bei Deutsche-Bank-Papie- ren haben 35 Prozent die Sicherheitsschwelle gerissen, bei Allianz und Continental ist in 31 Prozent der Fälle der Bonus verloren. Insgesamt rund 13.000 Bonuszertifikate und damit fast ein Viertel aller dieser Produkte sind nur noch schlichte Partizipationszertifikate – ohne Bonus und ohne Puffer.

Kurseinbruch reißt Sicherheitsschwellen

Eigentlich sollen Bonuszertifikate Anlegern ein Sicherheitsnetz bieten: Anleger verzichten auf die Dividende einer Aktie und bekommen im Gegenzug einen festgelegten Bonus auch dann, wenn die zugrunde liegende Aktie bis zu einem vorher festgelegten Kurs, der Sicherheitsschwelle, nachgibt. Je geringer der Abstand zu dieser Schwelle, desto höher ist in der Regel der Bonus.
Und hohe Boni waren für Anleger während des Aufwärtstrends offenbar häufig verlockender als ein vergleichsweise geringer Zusatzertrag bei hoher Absicherung. Doch die Kursverluste seit Jahresbeginn, die im Ausverkauf der vergangenen Woche gipfelten, haben viele Zertifikate-Anleger kalt erwischt. Was noch im Dezember nach einem attraktiven Puffer aussah, ist innerhalb kurzer Zeit zusammengeschmolzen oder gleich ganz aufgezehrt.
Trotz der vielen Papiere, die den Anspruch auf einen Bonus verloren haben, sind Bonuszertifikate auch für die aktuell turbulente Marktphase geeignet. Im Vordergrund sollte bei der Auswahl allerdings die Wahl eines ausreichenden Puffers stehen. Da einzelne Aktien zurzeit enorm schwanken und auch defensive Werte mit in den Sog der Märkte geraten sind, eignen sich Bonuszertifikate auf Einzelwerte aktuell allenfalls für spekulativ orientierte Anleger.

Daimler: 8,5 Bonus, 58 Prozent Puffer


Wer damit rechnet, dass die Märkte die größten Verluste bereits hinter sich haben, findet etwa auf die in den vergangenen drei Monaten besonders abgestraften Aktien von Daimler interessante Zertifikate. Ein Papier von BNP Paribas (BN0 SUQ) hat einen Puffer von knapp 58 Prozent und eine Bonusrendite von 12,8 Prozent – das entspricht einer jährlichen Rendite von 8,5 Prozent. Mehr gibt es am Laufzeitende zum 17. Juli 2009 in keinem Fall, denn der Bonus ist bei 77 Euro gekappt. 10,4 Prozent aufs Jahr gibt es beim ebenfalls gekappten Capped-Bonus von Citi (CG8 0lU), das bis 19. Juni 2009 läuft. Der Puffer liegt immerhin bei 52 Prozent. Bei klassischen Bonuspapieren auf Daimler mit ähnlich hohem Puffer ist dagegen die Bonusschwelle bereits deutlich überschritten; einen Ertrag gibt es also nur bei weiter steigenden Kursen. Dafür werden Verluste teilweise abgefedert.
Vorsichtigere Anleger sollten trotz der relativ hohen Puffer Bonuspapiere auf Indizes vorziehen. Wer derzeit einen Dax mit Bonus kaufen möchte, kommt mit einem Puffer von gut 50 Prozent indes nur auf eine Bonusrendite von rund 5 Prozent – etwa mit den Capped-Bonuszertifikaten von Goldman Sachs (GS0 SPA und GS0 SPB) mit Sicherheitsschwellen bei 3.200 und 3.400 Punkten und einem Bonusniveau und Cap bei 8.400 Punkten. Die beiden Papiere laufen allerdings noch bis September 2009, sodass die Erträge bei Fälligkeit abgeltungssteuerpflichtig sind.

Dax: 11,6 Prozent Bonus, 30 Prozent Puffer


Höhere Boni gibt es erst ab einem Pufferniveau von etwas über 30 Prozent: So liegt die Bonusschwelle beim neu aufgelegten Bonuszertifikat von BNP Paribas (BN1 GY6) bei satten 10.500 Punkten. Beim aktuellen Preis entspricht das einem Bonus von 16,4 Prozent oder 11,6 Prozent aufs Jahr. Den Ertrag gibt es Mitte Juni 2009, wenn der Dax zwischenzeitlich nicht unter 4.600 Punkte rutscht. Die gleiche Sicherheitsschwelle hat das Zertifikat von Sal. Oppenheim (SDL 6H9), dessen Bonusniveau bei 9.000 Punkten liegt. Das entspricht derzeit einer jährlichen Bonusrendite von 10,5 Prozent bei vergleichbarer Laufzeit. Beide Zertifikate partizipieren auch von neuen Höhenflügen: Sie sind nicht gekappt.
Noch etwas attraktivere Kombinationen gibt es bei Bonuszertifikaten auf den Euro Stoxx 50. Anders als beim Dax, in den Dividenden einfließen, können die Emittenten die Ausschüttungen beim europäischen Preisindex verwenden, um Puffer und Bonus aufzupeppen. So gibt es etwa beim Bonuszertifikat von Citi (CGI 5QG) bei einem Puffer von gut 44 Prozent aufs Jahr gerechnete 7,5 Prozent – oder mehr, wenn die Märkte Fahrt aufnehmen und der Euro Stoxx 50 bis Mitte Juni 2009 über 4.700 Punkte steigt.


nach oben