Aberdeen-Chef Martin Gilbert „Chinas Wachstumsgeschichte noch lange nicht zu Ende“

Martin Gilbert: Der Co-Chief Executive bei Aberdeen Standard Investments kommentiert die Aussichten für China-Investoren im „Jahr des Schweins“ mit Humor: „Schwein muss man haben.“ | © Aberdeen Standard Investments

Martin Gilbert: Der Co-Chief Executive bei Aberdeen Standard Investments kommentiert die Aussichten für China-Investoren im „Jahr des Schweins“ mit Humor: „Schwein muss man haben.“ Foto: Aberdeen Standard Investments

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Kaum ist die Weihnachtsdeko weggeräumt, wird schon wieder neu geschmückt, dieses Mal zur Feier des chinesischen Mond-Neujahres, das in diesem Jahr auf Dienstag, den 5. Februar fällt.

Damit verabschieden wir uns vom Jahr des Hundes und heißen das Jahr des Schweins willkommen – im chinesischen Horoskop ein Symbol für Reichtum und Wohlergehen. 2018 waren die globalen Aktienmärkte „auf den Hund gekommen“, insbesondere der Markt für chinesische A-Aktien – der CSI 300 Index erlitt einen Rückgang um 26 Prozent.

Ende des Handelskriegs nicht in Sicht

Jeder, der in jüngster Zeit mit Investoren in China gesprochen hat, weiß, wie schlecht die Stimmung dort derzeit ist. Das Wirtschaftswachstum des Landes verlangsamt sich, die Zahl der Insolvenzen nimmt zu und ein Ende des Handelskriegs mit den USA ist nicht in Sicht.

Dabei steuert China jedoch keineswegs auf jene Art von Verlangsamung zu, die eine solche Aversion rechtfertigen würde. Es stimmt zwar, dass sich die Wirtschaft auf kurze Sicht einigen Herausforderungen gegenübersieht, aber der langfristige Ausblick ist durchaus nicht trüb.

Wachsende chinesische Mittelschicht

Die Politiker richten die Wirtschaft des Landes stärker auf den inländischen Konsum aus, um ein sich selbst tragendes Wachstum zu erreichen. Die wachsende chinesische Mittelschicht kann lokalen Unternehmen auf Jahre hinaus Gewinne bescheren. Das Land verfügt über beachtliche 380 Millionen „Millenials“, die mehr verdienen als ihre Eltern.

Das jährliche Wirtschaftswachstum liegt bei über 6 Prozent und mit Devisenreserven in Höhe von über 3 Billionen US-Dollar gegenüber einer Auslandsverschuldung von 1,9 Billionen US-Dollar verfügt China über eine solide Zahlungsbilanz.

Die Ausfallquoten sind immer noch extrem niedrig und die politisch Verantwortlichen haben fiskalische und geldpolitische Lockerungsmaßnahmen eingeleitet, um die Konjunktur anzukurbeln. Diese Verbesserung des inländischen Finanzierungsumfelds hat eine Erholung der Kreditbedingungen bewirkt.