Für deutsche Fondsgesellschaften war 2024 ein Erfolgsjahr – eigentlich. Insgesamt sammelten die vier größten Anbieter – Allianz Global Investors, DWS/Xtrackers, Union Investment und Deka – knapp 48 Milliarden Euro ein, wie Zahlen des Analysehauses Morningstar zeigen.
Mit Nettozuflüssen von knapp 28 Milliarden Euro liegt mit Xtrackers die ETF-Sparte der DWS weit vorn, gefolgt von Union Investment (10,2 Milliarden Euro), Deka (7,3 Milliarden Euro) und Allianz Global Investors (1,8 Milliarden Euro). Gefragt waren laut Morningstar insbesondere Aktien-Strategien. Zudem setzten Anleger auf Rentenfonds.
Im guten Anlegerjahr mussten jedoch auch einige erfolgsverwöhnte Anbieter Abflüsse hinnehmen. Dazu zählen die aktive Fondssparte der DWS, die laut Morningstar-Auswertung auf ein Minus von 4,2 Milliarden Euro kommt, sowie die Fondsboutiquen Flossbach von Storch (-3,3 Milliarden Euro) und Acatis (-1,9 Milliarden Euro).
Anleger ziehen Geld aus Flossbach-von-Storch- und Acatis-Fonds ab
Bei den Fonds mit den höchsten Abflüssen im vergangenen Jahr liegt so auch ein Mischfonds-Schwergewicht von Flossbach von Storch vorn, das fast 2 Milliarden Euro an Investorengeldern verlor. Auch andere Anbieter mussten bei Mischfonds hohe Abflüsse hinnehmen. Viele Anleger schichten „angesichts enttäuschender Performance und hoher Kosten verstärkt auf spezialisierte oder passive Anlageprodukte wie ETFs um“, heißt es dazu von Morningstar.
Mit dem Acatis Value Event verzeichnete ein weiterer Fondsklassiker, der regelmäßig die Verkaufslisten von Anlegern in Deutschland angeführt hat, 2024 hohe Abflüsse. Im Februar vergangenen Jahres hatte Acatis die Zusammenarbeit mit den langjährigen Gané-Fondsberatern Henrik Muhle und Uwe Rathausky beendet. Einige Anleger folgten dem Managerduo wohl und schichteten ihr Geld in den neu aufgelegten Gané-Fonds um, so die Mutmaßung der Morningstar-Analysten.
Unter den zehn Fonds mit den höchsten Abflüssen finden sich zudem offene Immobilienfonds. Die Anlageklasse geriet mit der Immobilienkrise unter Druck – viele Anleger ziehen ihr Geld ab. Auch Europa- und Deutschland-Fonds verloren Investorengelder sowie eine Strategie, die auf ein Trend-Thema setzt.
Das Negativ-Ranking der zehn Fonds deutscher Anbieter mit den höchsten Abflüssen im vergangenen Jahr finden Sie auf den folgenden Seiten.

