Abgeltungssteuer: Nur scheinbar begriffen

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Vermögende Privatkunden fühlen sich zur Abgeltungssteuer zwar insgesamt gut informiert, weisen in Wirklichkeit jedoch größere Wissenslücken in Detailfragen auf. Das ergibt eine Online-Umfrage der Commerz Private Banking.

Demnach fühlen sich knapp zwei Monate vor der Einführung 64 Prozent der Befragten ausreichend gut beraten. Davon schätzen 45 Prozent ihr Wissen sogar so gut ein, dass sie keine weitere Beratung mehr benötigen. Nur 16 Prozent wünschen sich mehr Informationen. „Die Umfrage bestätigt, was wir in Beratungsgesprächen häufig erleben: Sobald es um komplexe Vermögensverhältnisse geht, sind viele Details der Abgeltungsteuer noch immer unklar“, zieht Dr. Thorsten Reitmeyer, Konzernleiter Private Banking der Commerzbank ein Fazit.

Die größten Wissenslücken: 41 Prozent glauben fälschlicherweise, dass die Kauf- und Verkaufskosten von Wertpapieren und Fonds nicht bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns berücksichtigt werden. Zudem kannten lediglich 44 Prozent die Möglichkeit, realisierte Verluste aus Aktienfonds, die nach dem 1. Januar 2009 erworben werden, mit Zinserträgen und Dividenden zu verrechnen.

Auch beim Umgang mit Immobilien als Wertanlage zeigt sich Beratungsbedarf: 41 Prozent der Befragten wussten nicht, dass der Erlös aus Immobilien nicht unter die Abgeltungsteuer fällt, selbst wenn sie innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist veräußert werden. Der Grund: Der Gewinn zählt zu den Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften, die Abgeltungsteuer wird nur auf Einkünfte aus Kapitalvermögen erhoben - es gelte also der individuelle Steuersatz. „Anleger mit Immobilien als Wertanlage, deren individueller Steuersatz höher als der Abgeltungsteuersatz ist, könnten unter Umständen künftig mit anderen Anlageformen besser fahren. Eine genaue Analyse der Alternativen lohnt sich“, so Reitmeyer.

Für die Online-Umfrage wurden 130 User der Commerz-Private-Banking-Site befragt.

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