Markus Novak, Director Wealth Management, Standard Life

Markus Novak, Director Wealth Management, Standard Life

Absolut-Return-Strategie 2015

„Die Schwankungsintensität an den Aktienmärkten wird wieder zunehmen“

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Frage: Wie hat sich der GARS im bisherigen Jahresverlauf geschlagen?

Markus Novak: Wir sind mit der Wertentwicklung sehr zufrieden. Sie steht im Einklang mit unserem Ziel, langfristige Renditen (vor Kosten) von fünf Prozentpunkten über dem Sechsmonats-Euribor zu erwirtschaften. In den letzten 12 Monaten legte die SICAV-Variante des GARS um 5,66 Prozent zu, Year-to-date liegen wir bei 5,17 Prozent (Stand: 30. November 2014). Vor allem im dritten Quartal 2014 erwiesen sich zahlreiche unserer Strategien als erfolgreich.

Welche der Strategien, die in dem GARS eingebunden sind, haben sich denn überdurchschnittlich entwickelt?

Zum einen war der GARS auf der Währungsseite richtig aufgestellt. Unser Team hatte mit einem Anstieg des US-Dollars gerechnet und war Long-Positionen gegenüber Euro, Yen und Kanada-Dollar eingegangen. Im dritten Quartal leistete ferner die Einschätzung, wonach der mexikanische Peso den australischen Dollar überholen dürfte, einen positiven Beitrag zur Fondsperformance.

Das klingt, als wäre der GARS vor allem am Devisenmarkt aktiv.

Keineswegs, wir haben sämtliche liquiden Anlageklassen im Blick. Nur sechs von etwa 30 der zuletzt verfolgten Strategien bezogen sich auf Währungen. Eine unserer ertragreichsten Relative Value-Positionen halten wir bereits seit rund drei Jahren am US-Aktienmarkt. Umgesetzt wurde hier die Erwartung, dass sich amerikanische Technologieaktien besser entwickeln als US-Small Caps.

Welche Segmente sind Ihrer Ansicht nach weiterhin interessant, wenn man auf den Markt blickt?

Zum Beispiel der internationale Immobilienmarkt. Wir halten viel von gelisteten REITS und decken dieses Segment über einen hauseigenen Zielfonds ab, den SLI Global REITS. Dieser engagierte sich zuletzt in knapp 50 der 300 international gelisteten Immobilien-Aktiengesellschaften. REITS stabilisieren die Depotentwicklung aufgrund ihrer hohen regelmäßigen Ausschüttungen und der vergleichsweise geringen Korrelation mit anderen Anlageklassen. Investments mit solchen Eigenschaften suchen wir.

Und welche Positionen haben sich aus Ihrer bisherigen Erfahrung nicht ausgezahlt?


Eine Strategie, die auf steigende Volatilitäten an den Aktienmärkten setzte, lag zeitweise leicht im Minus. Wir halten an dieser Strategie jedoch fest, da wir fest davon überzeugt sind, mit ihr Geld zu verdienen. Denn zum einen sollte die Schwankungsintensität an den Aktienmärkten bald wieder zunehmen. Zum anderen eignen sich Volatilitäts-Investments hervorragend zur Diversifikation gemischter Portfolios.

Gibt es, wenn wir uns das Portfolio des GARS ansehen, aktuelle Veränderungen, die vorgenommen wurden?   

Ja, einige. So haben wir eine Position geschlossen, die sich auf die Euro-Zinsstrukturkurve bezog. Nach der Ankündigung der EZB, strukturierte Wertpapiere zu kaufen, wurde die Kurve steiler – was wir erwartet hatten. Reduziert haben wir ferner unsere Bestände an britischen Aktien sowie einige Long-Positionen an den europäischen Rentenmärkten.

Von welchen Engagements versprechen Sie sich zukünftig gute Wertbeiträge?


Wir achten stark auf relative Entwicklungen. Vorstellbar erscheint, dass deutsche Aktien stärker performen als französische. Außerdem dürften europäische Banken das Gröbste hinter sich haben. Daher erwarten wir, dass sich die Aktien des Finanzsektors besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt.

Die Situation in den Emerging Markets ist derzeit geteilt. Erwarten Sie Bewegungen in den Schwellenmärkten, die sich nutzen lassen?

Nun, das Wachstum in China verlangsamt sich und der chinesische Bankensektor ist nicht über alle Zweifel erhaben. Daher sollte die Volatilität an den asiatischen Aktienmärkten stärker zulegen als in den USA, was wir auch in einer Strategie abgebildet haben. Eine neue Position bezieht sich auf die indische Rupie. Wir denken, dass die Währung zum Euro zulegen wird. Die indische Notenbank hat erstmals ein Inflationsziel ausgegeben. Außerdem verfolgt der neu gewählte Premierminister Narendra Modi eine wirtschaftsfreundliche Politik.

Das Jahr 2014 ist fast zuende – welche gesamtwirtschaftlichen Trends werden Ihrer Meinung nach das Jahr 2015 bestimmen?

Die divergierende Geldpolitik der führenden Notenbanken wird zu den wichtigsten Themen gehören. Die Fed, die EZB und die Bank von Japan streben zukünftig in unterschiedliche Richtungen. Die differierenden Wachstumsraten in den einzelnen Weltregionen werden die Märkte ebenfalls beeinflussen. In den USA und in Großbritannien dürften die Zinsen steigen, im Euroraum sollten sie eher niedrig bleiben. Genau beobachtet werden müssen die Rohstoffmärkte, die stark von der Nachfrage Chinas abhängen. Wir meinen jedoch, dass zumindest der Ölpreis aktuell über eine gute Unterstützung verfügt. Aktien europäischer und nordamerikanischer Energiekonzerne halten wir weiterhin für ein attraktives Investment.

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