Absolute Return: Standard Life Investments setzt auf britische Anleihen und das Währungspaar US-Dollar vs. Euro. (Foto:Justin Tallis, Getty Images)

Absolute Return: Standard Life Investments setzt auf britische Anleihen und das Währungspaar US-Dollar vs. Euro. (Foto:Justin Tallis, Getty Images)

Absolute-Return-Strategien

Auf die Gewinner der Erholung setzen

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Unsere Absolute-Return-Strategien basieren auf einem Multi-Asset-Ansatz. Unser Ziel ist es, in einem rollierenden Drei-Jahres-Zeitraum Erträge oberhalb des britischen Sechs-Monats-Libors zu erzielen. Dazu kombinieren wir viele einzelne Ideen aus allen großen Asset-Klassen. Aktuell zählt zu diesem Ideen-Mix eine Strategie, die auf der Neubewertung der realen Anleiherenditen in Großbritannien basiert. Sowohl das anziehende globale Wachstum als auch die besseren Aussichten in Großbritannien selbst sollten zu einer deutlichen Anpassung der Renditen 30-jähriger Staatsanleihen führen.

Britische Anleihen: Steigende Renditen am langen Ende

Die britische Zinsstrukturkurve ist in der letzten Zeit am langen Ende deutlich abgeflacht. Grund dafür waren starke Kapitalzuflüsse von institutionellen Investoren. Vor allem Pensionsfonds, die an ihren Verbindlichkeiten orientiert investieren, haben diese Entwicklung angetrieben. Wir erwarten, dass sich dieser Trend 2014 dreht. Der Druck aufs lange Ende der Kurve dürfte wieder abnehmen.

Gleichzeitig sinkt der Inflationsdruck in Großbritannien. Die Verbraucherpreise sind von ihrem Hoch Mitte 2013 gefallen, inflationäre Schocks sind erst einmal unwahrscheinlich. In der Finanzkrise hatte das Britische Pfund stark abgewertet. Die Preise für importierte Waren und Dienstleistung waren deutlich gestiegen. Mit der wirtschaftlichen Erholung auf beiden Seiten des Atlantiks wertet die Währung jetzt wieder auf. Der inländische Preisdruck sinkt. Ein Beispiel ist die politische Aufruhr um die stark gestiegenen Energiepreise, die noch höhere Rechnungen künftig verhindern dürfte. Ebenfalls lässt der Preisdruck von außen nach, wie beispielsweise die sinkenden Input-Preise zeigen.

Alles zusammen – die abnehmenden Kapitalflüsse in die langjährigen Anleihen, die konjunkturelle Erholung und der nachlassende interne und externe Preisdruck – sollte zu einem Anstieg der realen langfristigen Anleiherenditen führen. Wir wollen von dieser Entwicklung mit Zinsswaps profitieren. Dafür zahlen wir den Festzins auf 30-jährige britische Staatsanleihen und Inflation und erhalten im Gegenzug den steigenden variablen Zins.

Ungleiches Währungspaar: US-Dollar long, Euro short


Ein anderes aktuelles Thema ist das Währungspaar Dollar-Euro. Wir erwarten, dass der US-Dollar gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung aufwertet, und gehen daher den US-Dollar long und den Euro short. In den letzten Jahren ist der US-Dollar als der ultimative sichere Hafen unter den Währungen bestätigt worden. Während die wirtschaftliche Erholung in den USA weiter Fahrt aufnimmt, geht es in der Eurozone immer noch nicht richtig voran.
Daher ist diese Strategie eine gute Diversifikation – sowohl um globale systemische Risiken als auch speziell aus Europa entspringende Risiken abzufedern. Außerdem bietet sie gute Chancen auf absolute Erträge, selbst wenn diese Risiken nicht auftreten.

Zentrale Motoren für das Ertragspotenzial sind die Unterschiede beim Wirtschaftswachstum, die Notenbankpolitik und die Eigenkapitalstärkung der Banken. Auch wenn das erste Quartal schwach war, halten wir die wirtschaftliche Erholung in den USA für deutlich nachhaltiger als in der Eurozone. Entsprechend unterschiedlich werden die Notenbanken künftig handeln. Die USA werden die unkonventionelle Geldpolitik viel schneller aufgeben als die Eurozone, und die Fed wird früher beginnen, die Zinsen zu erhöhen. Diese Divergenz wird sich in den Währungen widerspiegeln.

Im Rückblick ist klar, dass die Euro-Stärke vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Banken ihr Eigenkapital erhöht und Kreditvolumen abgebaut haben und viel Kapital aus dem Ausland zurück in die Eurozone geflossen ist. Dieser Antrieb dürfte künftig weniger stark ausfallen, da die Banken ihre Finanzsituation bereits im Vorfeld der Bilanzprüfung und des Stresstests durch die Europäische Zentralbank weitgehend gestärkt haben dürften. Mit unserem Währungspaar – einer Long-Position im US-Dollar und einer Short-Position im Euro – sollten wir daher von der unterschiedlichen Entwicklung in den beiden Regionen profitieren.

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