Absturz trotz guter Zahlen Das sind Aktie, Markt und Fonds des Monats Juli

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Ganz anders Jeff Bezos. Der laut einigen Umfragen weltbeste Unternehmenslenker fuhr mit 2,5 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal gleich mehr als doppelt so viel Gewinn ein wie von Analysten erwartet. Und zerlegte mit seiner Prognose fürs dritte Quartal (1,4 bis 2,4 Milliarden Dollar) gleich nebenbei auch diese Schätzungen. Immerhin enttäuschte der Umsatz mit einem Anstieg um 39 Prozent. Aber nur ein bisschen – der Aktienkurs zog trotzdem an.

Damit wird Amazon langsam aber sicher das Image los, immer nur zu investieren, anstatt Gewinne zuzuliefern. Die gibt es jetzt, und zwar im Prime-Format. Aktionären gefällt das.

Markt des Monats: Venezuela

Das sozialistische Land in Mittelamerika hat einen traurigen Grund, Markt des Monats zu werden. Denn der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr eine Inflationsrate von 1.000.000 Prozent. Die ursprüngliche Schätzung lag bei „nur“ 13.000 Prozent.

Das Land steckt in einer Wirtschaftskrise, der Wechselkurs zum Dollar existiert nur noch künstlich, und die Aktienkurse sind absurd hoch gestiegen, weil das Volk nirgendwo anders investieren darf. Das Bruttoinlandsprodukt werde dieses Jahr wohl um 18 Prozent fallen, schätzt man beim IWF. Es sind die üblichen Gründe, die sozialistische Staaten irgendwann befallen und später zum Einsturz bringen: Misswirtschaft, Korruption, Vetternwirtschaft. Nur dass es in Venezuela offenbar länger dauert als zum Beispiel in der DDR.

Fonds des Monats: Old Mutual Global Equity Absolute Return (ISIN: IE00BLP5S460)

Er taucht auch in einer Geschichte über Alternative Anlagen im kommenden Heft auf. Doch das ist Zufall, ob Sie es glauben oder nicht. Denn der Fonds von Old Mutual sammelte im Juni sehr ordentliche 882 Millionen Euro ein, nach einigen ebenfalls sehr erfolgreichen Monaten.

Und das geht auch in Ordnung, denn Fondsmanager Ian Heslop leistet gute Arbeit. Mit seinem Ansatz, marktunabhängige Renditen zu liefern, trifft er vor allem seit dem Mini-Aktiencrash im Februar einen wichtigen Nerv. Nämlich den Wunsch, sich vom Marktgeschehen etwas zu lösen. Was sich in den Zuflüssen ab März eben auch deutlich widerspiegelt.

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