Acatis-Chef Hendrik Leber „Wieso steht an Kreditkartenterminals so selten das Wirecard-Logo?“

Profi-Investor Hendrik Leber will sich bei der Wirecard-Aktie fürs erste zurückhalten. | © Acatis

Profi-Investor Hendrik Leber will sich bei der Wirecard-Aktie fürs erste zurückhalten. Foto: Acatis

Die Wirecard-Aktie ist unter Druck geraten. Nach zwei Berichten der Financial Times (FT) über bilanzielle Unstimmigkeiten in dem Unternehmen brach der Aktienkurs ein. Am vergangenen Freitag büßten die Anteile sogar rund als 30 Prozent an Wert ein. In mehreren Stellungnahmen hat sich das Unternehmen mit seinem Chef Markus Braun in den vergangenen Tagen zu den Vorwürfen geäußert.

Wirecard war im vergangenen September in den deutschen Leitdindex Dax aufgerückt, im Gegenzug musste die Commerzbank-Aktie ihren Platz räumen. Wirecard galt lange Zeit als Überflieger unter den jungen deutschen Anbietern von Finanztechnologie. Das Unternehmen aus dem bayerischen Aschheim bietet bargeldlose Bezahlservices an. Seit 2005 ist es an der Börse gelistet.

Spätestens seit die Aktie 2017 zur Rally ansetzte, geriet das Unternehmen auch in den Fokus vieler Investoren: Der Kurs legte von knapp 41 Euro zum Jahreswechsel 2016/17 auf bis zu 191 Euro Ende August 2018 zu. Aktuell (5. Februar, 17:00 Uhr) liegt der Kurs bei 132,00 Euro.

"Ungutes Bauchgefühl"

Auch Acatis-Chef Hendrik Leber war nach eigener Auskunft zunächst fasziniert von dem aufstrebenden Unternehmen. Von Oktober 2017 bis kurz vor Jahresende 2018 hielt er Wirecard-Anteile im Portfolio seines Fonds Datini Valueflex und später in seinen internationalen Aktienfonds. In der Spitze machten sie rund 26 Millionen Euro im Portfolio  aus. Die letzten Aktien des Unternehmens verkaufte er kurz vor dem jüngsten Jahreswechsel, ganz genau am 27. Dezember 2018.

Der Verkauf sei vor allem aus einem unguten Bauchgefühl heraus beschlossen worden, räumt Leber ein: „Bei gleich drei unserer Mitarbeiter hat sich ein komischer Eindruck eingestellt“. Im Rückblick störe er sich vor allem an den unklaren Auskünften, die Wirecard seinen Analysten auf Anfragen erteilt habe. Das Haus habe es versäumt, seinen Investoren klar vor Augen zu führen, worin genau seine vermeintlich überlegene Technologie bestehe.