Ab dem 8. Mai 2026 können Anleger in den ersten ETF von Acatis investieren. Der aktiv gemanagte Acatis Altersvorsorgedepot ETF (ISIN: DE000A428XC1) wird auf Xetra gelistet. Die geschätzte Gesamtkostenquote liegt bei 0,70 Prozent. Das Seed Money beträgt 10 Millionen Euro.
Der Fonds investiert weltweit in rund 50 Aktien. Grundlage der Titelauswahl ist ein Universum von 300 bis 350 Titeln, die bereits in aktiv gemanagten Acatis-Fonds enthalten sind. Aus diesem Pool erstellt die KI-Tochtergesellschaft Nnaisense ein optimiertes Portfolio – im Drei-Monats-Rhythmus neu gewichtet.
Die Einzelpositionen sollen zwischen 0,5 und maximal 5,0 Prozent gewichtet sein. Die Branchenallokation orientiert sich am MSCI World Index, die Länderallokation wird diskretionär festgelegt. Vergleichsindex ist der MSCI World Net Total Return EUR Index, den der Fonds übertreffen will.
Hintergrund: Altersvorsorgedepot
Den Anstoß für den ETF lieferte ein politischer Prozess. Acatis-Gründer und Geschäftsführer Hendrik Leber hatte bereits 2019 ein auf drei Säulen basierendes Altersvorsorgekonzept entwickelt und 2020 in der Bundesfachkommission Arbeitsmarkt und Alterssicherung des Wirtschaftsrates vorgestellt. Teile dieses Konzepts flossen nach eigenen Angaben in das Altersvorsorgereformgesetz ein, das im März 2026 verabschiedet wurde.
Das Gesetz sieht künftig neben bisherigen Garantieprodukten ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot ohne verpflichtende Beitragsgarantien vor. Der neue ETF soll als Anlagevehikel für dieses Depot genutzt werden können.
Dienstleister und Konditionen
Das Portfoliomanagement übernimmt Naro AM, die Fondsadministration Universal-Investment. Als Verwahrstelle fungiert die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. Die Verwaltungsvergütung beträgt 0,60 Prozent pro Jahr, ein Ausgabeaufschlag und eine Performance Fee fallen nicht an. Der Fonds ist thesaurierend und hat keine Mindestanlagesumme. Die Einstufung nach der EU-Offenlegungsverordnung erfolgt nach Artikel 6.
Acatis wurde 1994 in Frankfurt gegründet und verwaltet nach eigenen Angaben rund 8,9 Milliarden Euro (Stand: 21. April 2026).

