Starinvestor Warren Buffett und Schauspielerin Glen Close beim Musizieren. Bei der Auswahl der Fondspositionen wird die Philosophie des Value-Investing mit dem Ansatz der Event-Orientierung kombiniert. (Foto: Getty Images)

Starinvestor Warren Buffett und Schauspielerin Glen Close beim Musizieren. Bei der Auswahl der Fondspositionen wird die Philosophie des Value-Investing mit dem Ansatz der Event-Orientierung kombiniert. (Foto: Getty Images)

Acatis Gané Value Event Fonds UI

Events mit Buffett-Booster

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Flexible Mischfonds gibt es wie Sand am Meer. Eine Rarität innerhalb dieser großen Vergleichsgruppe stellt jedoch der Acatis Gané Value Event Fonds UI dar. Die beiden Berater Uwe Rathausky und Henrik Muhle verfolgen mit dem Fonds zum einen eine Strategie, die nicht nur an die erfolgreiche Value-Philosophie von Warren Buffett anknüpft – so, wie es für alle Fonds der Investmentgesellschaft Acatis charakteristisch ist. Die beiden Inhaber der Vermögensverwaltung Gané forschen zum anderen auch gezielt nach Unternehmen, die nicht nur den Value-Kriterien genügen, sondern auch durch besondere Ereignisse zusätzliche attraktive Kurschancen bieten. Dies gilt übrigens sowohl für die Aktien-, als auch für die Anleiheseite.

Die Verteilung des Portfolios auf die beiden Assetklassen können Rathausky und Muhle ohne Restriktionen vornehmen. Radikale Schwenks aus einer in die andere Anlageklasse gibt es dabei nicht: „Wir agieren mit ruhiger Hand, unsere Quoten springen nicht in die eine oder andere Richtung“, betont Rathausky. Wird das Eingehen von Risiken nicht angemessen vergütet, scheut sich das Duo nicht, die Kasseposition auf 30 bis 40 Prozent hochzufahren. Davon ist der Fonds derzeit jedoch weit entfernt: „Aktuell gewichten wir Aktien mit 71 Prozent, Anleihen spielen mit 16 Prozent plus acht Prozent Geldmarktersatzanleihen angesichts der Nullzinspolitik der Notenbanken eine untergeordnete Rolle“, kommentiert der Fonds-Berater die aktuelle Asset Allocation.

Das Aktienportfolio wählt Rathausky unter anderem anhand einer hohen Business-Qualität aus. „Darunter verstehen wir Geschäftsmodelle, die sich durch Nachhaltigkeit, das Aufrechterhalten eines Wettbewerbsvorteils und die Fähigkeit zur Generierung hoher Cash Flows auszeichnen“, so der Fonds-Berater. Zu diesen Unternehmen zählt er aktuell neben Berkshire Hathaway auch das Healthcare-Unternehmen Novo Nordisk, den französischen Naturkosmetikhersteller L’Occitane, den deutschen IT-Leasing-Spezialisten Grenke - und nicht zuletzt Apple. Auf diese Aktie setzte Vorbild Warren Buffett im Mai dieses Jahres mit rund einer Milliarde Dollar. „Wir können davon ausgehen, dass alle Unternehmen in fünf Jahren deutlich mehr wert sein sollten als heute“, zeigt sich Rathausky zuversichtlich.

Der Fokus auf Value-Titel kommt übrigens nicht von ungefähr: Vor der Gründung der Vermögensverwaltung Gané im Jahr 2007 war Muhle mehrere Jahre für die traditionell auf Value ausgerichtete Fondsgesellschaft Acatis tätig, kennengelernt haben sich die beiden Gané-Inhaber bereits 1999 bei einem anderen Value-orientierten Vermögensverwalter.


Drei Fragen an Fondsmanager Uwe Rathausky

DER FONDS: Value- und Event Driven-basierte Investments stehen im Fokus Ihrer Anlageentscheidungen. Welche Vorteile bietet diese Kombination?

Uwe Rathausky: Unser Anspruch ist es, mit Value und Event sowohl das Fundamentalrisiko als auch das Marktpreisrisiko eines Investments zu reduzieren. Im Ergebnis soll der Fonds eine aktienähnliche, aber kontinuierliche Rendite erzielen, die den Anleger in allen Börsenphasen gut schlafen lässt. Seit der Fondsauflage ist uns das ganz gut gelungen.

Welche Event-basierten Investments haben Sie zuletzt getätigt?

Rathausky: Auf der Aktienseite haben wir jüngst die Aktie des US-Energiekonzerns Phillips 66 ins Portfolio genommen, der die Anzahl ausstehender Aktien zuletzt durch Aktienrückkäufe deutlich reduziert hat. In der positiven Veränderung der Aktionärs- und Kapitalstruktur sehen wir einen Faktor, der das Marktpreisrisiko unseres Investments reduziert. Über unser Engagement in Berkshire Hathaway sind wir ebenfalls in dieser Aktie investiert, denn das Unternehmen ist aktuell mit 15 Prozent an Phillips 66 beteiligt.

Welche größeren Umschichtungen haben Sie zuletzt vorgenommen?

Rathausky: Nachdem wir mit einer Aktienquote von knapp 60 Prozent ins neue Jahr gegangen sind, haben wir vor allem die Kurseinbrüche im Januar und Februar genutzt, um unsere Aktienquote auszubauen. Gespeist wurden die Käufe von einigen Geldmarktersatzanleihen, die unser Portfolio stabilisiert haben und nun fällig geworden sind – zum Beispiel Porsche, der französische Autobahnbetreiber APRR oder VW Leasing.

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