Acatis Gané Value Event So investieren Uwe Rathausky und Henrik Muhle

Uwe Rathausky (links) und Henrik Muhle: Die beiden Fondsmanager verantworten das Mischportfolio des Acatis Gané Value Event. | © GANÉ Aktiengesellschaft

Uwe Rathausky (links) und Henrik Muhle: Die beiden Fondsmanager verantworten das Mischportfolio des Acatis Gané Value Event. Foto: GANÉ Aktiengesellschaft

Grün? Gelb? Oder rot? Wer sich an der Börse an Ampeln orientiert, kämpft mit einem im Straßenverkehr so nicht bekannten Problem. US-Star-Investor Warren Buffett hat es sinngemäß einmal wie folgt formuliert: „Das Signal kann jederzeit in beide Richtungen umspringen, ohne den Umweg über Gelb zu nehmen.“ Anleger seien deshalb gut beraten, auf unverhoffte Einbrüche ebenso vorbereitet zu sein wie auf sich daraus ergebende Kaufgelegenheiten.

Fans von Warren Buffett

Ein Rat, den die Buffett-Fans Henrik Muhle und Uwe Rathausky förmlich verinnerlicht haben. Um das Auf und Ab der Kurse so flexibel wie irgend möglich begleiten zu können, horten sie im von ihnen betreuten Fondsklassiker Acatis Gané Value Event regelmäßig einen größeren Anteil an Cash. „Seit der Auflegung im Dezember 2008 waren es im Durchschnitt rund 25 Prozent“, berichtet Rathausky.

Der Langfrist-Bilanz hat es nicht geschadet, ganz im Gegenteil: Der seither erzielte Wertzuwachs von 158 Prozent entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 10,1 Prozent – bei im Vergleich zur Konkurrenz deutlich niedrigeren Schwankungen. Bisher kam es zudem in keinem einzigen Kalenderjahr zu einem Kapitalverlust.

Auch 2018 gehört der Acatis Gané Value Event zu den wenigen prominenten Mischfonds, die mit einem per Ende Oktober ausgewiesenen Zuwachs von 4,3 Prozent noch deutlich im Plus liegen. Dazu hat Rathausky zufolge im Jubiläumsjahr nicht nur die im Spätsommer deutlich auf 35 Prozent angehobene Barreserve einen Anteil geleistet, sondern vor allem die sorgfältige Titelauswahl auf der Aktienseite: „Bei keiner unserer Beteiligungen gab es Gewinnwarnungen oder andere unliebsame Überraschungen, und unsere Top-Positionen Grenke, Berkshire Hathaway und Apple haben sich hervorragend entwickelt.“

Organische Umsatzeinbußen

Im Zeitalter zunehmender Digitalisierung und Disruption hält Rathausky es für wichtiger denn je, Geschäftsmodelle von allen Seiten her auf ihre Zukunftsfähigkeit abzuklopfen. „Neue Plattformen verändern das Konsumverhalten massiv, das produziert natürlich Gewinner und Verlierer“, sagt er. Und mahnt: „90 Prozent aller Konsumgüterhersteller weltweit kämpfen mit organischen Umsatzeinbußen.“

Vor diesem Hintergrund Aktien zu finden, die mittel- bis langfristig das geforderte Renditepotenzial von mindestens 10 Prozent pro Jahr versprechen, gestalte sich nicht eben leicht. Hinzu komme, dass viele Marktteilnehmer Störfaktoren wie die jüngsten Handelskonflikte, zunehmende Schuldenprobleme in den Schwellenländern oder einen drohenden unkontrollierten EU-Austritt Großbritanniens noch immer weitgehend ausblenden. Deshalb haben Rathausky und Muhle die Rücksetzer an den Aktienbörsen im Oktober noch nicht zu größeren Einkäufen genutzt.

Schutz vor Negativzinsen

Auf der Rentenseite dominieren nach wie vor Kurzläufer das Portfolio, die wie eine bis 2021 laufende Anleihe von Coca-Cola als absolut ausfallsicher gelten und aufgrund von Sondereinflüssen trotzdem eine vergleichsweise attraktive Rendite bieten. Rathausky: „Als wir das Papier im September gekauft haben, lag die Rendite bei 3,2 Prozent und damit exakt so hoch wie die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen.“

Dieser Wert ist zwar noch weit entfernt von jenen 6 Prozent pro Jahr, die Rathausky und Muhle eigentlich auf der Rentenseite verdienen wollen. In erster Linie sehen sie Positionen wie die Coca-Cola-Anleihe jedoch als Teil ihrer Strategie, einen Teil des verwalteten Kapitals vor Negativzinsen zu schützen und trotzdem jederzeit für Zukäufe verfügbar zu halten. Zum Beispiel dann, wenn die Börsenampeln mal wieder ohne Vorwarnung die Farbe wechseln.