In der Welt der Finanzen gibt es Momente, die wie der Duft einer provenzalischen Lavendelseife sind - subtil, aber unverkennbar. Der Rückzug des Kosmetikkonzerns L'Occitane von der Hongkonger Börse ist genau solch ein Moment.

Für den unbeteiligten Beobachter mag es wie eine weitere Fußnote im Wirtschaftsteil der Zeitung erscheinen. Am 23. Juli 2024 wurde bekannt, dass der österreichische Milliardär und Hauptaktionär Reinold Geiger das Unternehmen zu einem Preis von 34 Hongkong-Dollar (umgerechnet 4 Euro) je Aktie privatisieren wird – das entspricht einem Aufschlag von 15 Prozent zum letzten Börsenkurs vor der Ankündigung.

Besonders interessant ist dabei die Rolle des Frankfurter Asset Managers Acatis. Dessen Value Event Fonds, geleitet von Johannes Hesche, hielt zuletzt beachtliche 5 Prozent an L'Occitane. Damit war es die größte Fondsposition in Höhe von etwa 350 Millionen Euro im insgesamt 6,5 Milliarden Euro schweren Fonds.

Was für Außenstehende wie glücklicher Zufall aussehen mag, sei in Wahrheit das Ergebnis langjähriger, geduldiger Wertanlage, erklärte Acatis. Das Unternehmen baute die Position bereits Ende 2013 auf, als der Fonds noch vom Duo Henrik Muhle und Uwe Rathausky betreut wurde.

Natürlich ist nicht jede Investitionsentscheidung von einem solchen Erfolg gekrönt. Aber diese Episode unterstreicht erneut den Wert des aktiven Fondsmanagements. In einer Zeit, in der passive Indexfonds sich bei Anlegern zunehmender Beliebtheit erfreuen, zeigt sich, dass sorgfältige Analyse und langfristiges Denken sich auszahlen können.