Advantage-Aktienfonds Mit Big Data im Vorteil

Mann mit Handy in New York: Für die Advantage-Serie sind die BlackRock-Experten ständig auf der Suche nach neuen Datenquellen. | © brendan church/Unsplash

Mann mit Handy in New York: Für die Advantage-Serie sind die BlackRock-Experten ständig auf der Suche nach neuen Datenquellen. Foto: brendan church/Unsplash

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In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Welt für Raffaele Savi deutlich verändert. „In den ersten 15 Jahren meiner bislang 20-jährigen Berufskarriere habe ich mit einem sehr begrenzten Datenset gearbeitet“, erzählt Savi, der zusammen mit Jeff Shen das Systematic Active Equity Team (SAE-Team) von BlackRock leitet. „Die Kunst bestand darin, den besonderen Blick für Informationen von Unternehmen zu entwickeln, die relativ begrenzt und nicht allen zugänglich waren, wie Bilanzen, Gewinnreports oder Analystenberichte.“ Inzwischen stehe ihm eine Fülle von Daten zur Verfügung, von digitalen Aktivitäten über Internetsuchen oder Bewegungsdaten aus Smartphones bis hin zu Satellitenbildern.

„Wir können besser als je zuvor nachvollziehen, was in der realen Welt passiert“, so Savis Team-Kollege Simon Weinberger, der von London aus die europäischen Aktienportfolios managt. Die Chance für aktive Investoren liege darin, diese neuartigen Information mit den klassischen Daten zu kombinieren und ein transparentes, effizientes, diversifiziertes und beständiges Produkt zu liefern. Damit spielt Weinberger auf die neue Aktienfondsfamilie Advantage von BlackRock an, die genau diese Strategie verfolgt.

Das 80-köpfige SAE-Team hat rund 30 Jahre Erfahrung mit systematisch erzieltem Alpha. Seit 1999 managt es solche Strategien für institutionelle Investoren. Im vergangenen Jahr wurden diese Strategien in den USA der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in diesem Sommer erfolgte dieser Schritt in Europa. Zwischen sechs Advantage-Fonds, die die wichtigsten Anlageregionen abbilden, können deutsche Anleger seit Juni dieses Jahres wählen (siehe Übersicht unten). Ziel ist es, eine Mehrrendite von 1 bis 2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Marktindex von MSCI zu erzielen. Für die Chance auf dieses Alpha müssen Anleger nicht allzu tief in die Tasche greifen: Mit laufenden Kosten von 0,3 bis 0,6 Prozent pro Jahr sind die Fonds kaum teurer als ETFs und deutlich günstiger als Fonds mit Star-Managern, die über mutige Wetten Outperformance erzielen wollen.

                                         Quelle: BlackRock

Hohe Wetten auf einzelne Werte sind bei den Advantage-Fonds zudem nicht die Regel. Die Fonds orientieren sich weitgehend am Risiko-Rendite-Profil des Index, der Tracking Error soll bei maximal 2 Prozent liegen, garantiert werden kann dies aber nicht. Die Portfolios sind jedoch kein Indexabklatsch, sondern werden bottom-up über Einzelwerte aufgebaut. „Die Portfolios stimmen normalerweise zu 70 Prozent mit der Benchmark überein, und investieren auch in Werte, die nicht im Vergleichsindex sind“, erklärt Christian Machts, Leiter des deutschen Privatkundengeschäfts von BlackRock (siehe auch Gespräch). Wenn das System alarmierende Signale sendet, können auch Indexschwergewichte zwischenzeitlich mal ganz rausfallen. Machts: „Beispielsweise haben wir Facebook zur Zeit der Datenkrise in den Portfolios deutlich reduziert.“ Die Fondsmanager können relativ schnell reagieren und handeln recht aktiv. Die Umschlagshäufigkeit liegt bei 150 bis 200 Prozent pro Jahr.