Advantage-Aktienfonds Mit Big Data im Vorteil

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Neben klassischen Unternehmensdaten nutzt das SAE-Team bei der Anlageentscheidung zunehmend alternative, unstrukturierte Datenquellen. So sind etwa in den USA Daten erhältlich, wie viele Personen sich in der Nähe von McDonald’s-Filialen ins WLAN eingeloggt haben oder über einen GPS-Tracker dort identifizierbar sind. Das kann einen Rückschluss auf die Umsatzentwicklung der Fastfood-Kette liefern. Oder das Team wertet Satellitenbilder aus, um die Parkplatzbelegung von Supermärkten und Einkaufszentren zu analysieren. Die BlackRock-Experten sind ständig auf der Suche nach neuen Datenquellen. Das Angebot ist regional jedoch noch sehr unterschiedlich. „Die USA sind hier mit Abstand am weitesten entwickelt. Danach kommt Europa“, so Machts. „Am wenigsten verlässliche Daten gibt es in den Emerging Markets.“ Um diesen regionalen Besonderheiten gerecht zu werden, werden alle Advantage-Fonds in der jeweiligen Region gemanagt.

Mithilfe der unterschiedlichen Datenquellen suchen die Fondsmanager nach Titeln, die in drei großen Bereichen vielversprechend sind: Erstens sollen die Aktien von attraktiven Fundamentaldaten gestützt werden, zweitens von einer positiven Stimmung und Marktaktivität profitieren und drittens einen positiven Bezug zu Makrothemen haben. So entstehen breit gestreute Portfolios mit 150 bis 900 Aktien. Die automatisierte Portfoliokon struktion empfiehlt dabei nur Transaktionen, die das erwartete Alpha des Fonds nach Abzug der Handelskosten erhöht. Einige Firmen werden es allerdings nie ins Portfolio schaffen. Denn BlackRock reagiert mit der Advantage-Serie nicht nur auf das neue Kostenbewusstsein der Investoren, sondern auch auf den Trend, Nachhaltigkeitskriterien bei Auswahl zu berücksichtigen. Da es hier allerdings keine klare Definition gibt und es gerade in breiten Portfolios schwer ist, das Nachhaltigkeitsthema sauber umzusetzen, konzentriert sich Black-Rock auf Ausschlüsse. Firmen, die im Bereich thermische Kohle oder kontroverse und nukleare Waffen ihr Geld verdienen, werden nicht gekauft. Auch tabu sind Firmen, die die UN Global Compact-Prinzipien verletzen. Die Anlageuniversen werden dadurch nur um 2 bis 3 Prozent eingeschränkt (siehe Kasten unten). „Das Thema Nachhaltigkeit soll die Performance nicht zu sehr beeinflussen oder das Risiko-Rendite-Profil signifikant verändert“, so Machts.

                                        Quelle: BlackRock

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