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Tesla-Chef Elon Musk Foto: imago images / ZXinhua
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E-Auto-Pionier scheitert an ESG-Standards

Aegon wirft Tesla-Aktien aus dem Portfolio

Tesla war für uns bislang sowohl aus Anlage- als auch aus Nachhaltigkeitsperspektive ein lukratives Investment. Die Produkte von Tesla-Chef Elon Musk haben zweifellos die Automobilbranche zum Besseren verändert. Als Reaktion auf den technologischen Fortschritt und die Verschiebung im Wettbewerb haben sich inzwischen fast alle großen Automobilhersteller dazu verpflichtet, ihren Fokus auf elektrische Fahrzeuge zu legen. Ein bedeutender Fortschritt in einem Sektor, der für etwa 12 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist.

Bei Tesla hat der Fortschritt allerdings einen Makel: Die Fragen zu den Governance-Praktiken, also der Unternehmensführung, mehren sich. Zudem hat Tesla-Chef Elon Musk aufgrund gelegentlicher Twitter-Auslassungen immer einmal Probleme mit der US-Börsenaufsicht; nur eine von vielen Komplikationen. Erst jüngst in den Schlagzeilen: Die Investition von Tesla in Bitcoin, woraufhin viele Markteilnehmer beklagten, dass das Unternehmen auf diese Weise seine Umweltbilanz zerstört.

In einer solchen Gemengelage ist es wichtig, als Investor zu einer Schlussfolgerung auf Basis von Fakten zu kommen. Folglich haben wir die Umweltauswirkungen von Teslas Bitcoin-Investition anhand der geschätzten CO2-Emissionen der energieintensiven digitalen Währung analysiert. Wir sind zu dem Schluss gekommen: Die Investition hat den CO2-Fußabdruck nicht wesentlich verändert. Deshalb sympathisierten wir zunächst weiterhin mit den Produkten und der Umweltfreundlichkeit des Unternehmens.

Elon Musk ist uns zu übermächtig

Wir versprechen unseren Kunden, dass unsere Nachhaltigkeitsanalysten stets nach Verbesserungen bei ESG-Faktoren suchen – Governance-Praktiken sind ein zentraler Bestandteil unseres Anlagekonzepts. Die Entscheidung von Tesla, 8 Prozent des Betriebskapitals in Bitcoin zu investieren, wirft viele Fragen zur Governance auf. So liegt nahe, dass der Vorstand nur sehr begrenzten Einfluss auf Elon Musk hat und dessen Führungsstil nicht wirklich kontrollieren kann.

Zudem hat uns stutzig gemacht, dass Elon Musk, mit einem geschätzten Vermögen von knapp 200 Milliarden US-Dollar, in der Vergangenheit Tesla-Aktien verpfändet hat, um private Kredite zu erhalten. Auch das spricht für ein sich verschlechterndes Governance-Bild. Denn: Während das Geschäft von Tesla gewachsen und gereift ist, haben sich die Standards in der Unternehmensführung nicht sonderlich gebessert. Die jüngste Bekanntgabe des E-Auto-Pioniers, in Bitcoin zu investieren, hat uns daher nur in der Auffassung bestätigt, dass bei Tesla nach wie vor nur eine Person das Sagen hat.

Wir bleiben unserem Anlageprozess treu: Wir investieren lediglich in Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und berücksichtigen ESG-Faktoren, um in diesem Zusammenhang Fortschritte zu erzielen. Da unser verantwortungsbewusstes Investmentteam eine wesentliche Verschlechterung dieser Faktoren bei Tesla festgestellt hat, haben wir uns von der Aktie getrennt.

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