Affen bauen die besseren Indizes

//
Eine Nachricht aus London dürfte Indexinvestoren und jene Manager, die sich ständig an Indizes ausrichten, hart treffen. Denn gängige nach der Größe der Unternehmen gewichtete Indizes sind alles andere als optimal. Das zeigten jetzt ausgerechnet Affen – zumindest simulierte. Sie bauen Aktienindizes mit einem besseren Risiko-Rendite-Profil als es die herkömmlichen Indizes mit ihrer Marktkapitalisierung haben. Das haben Forscher der Cass Business School herausgefunden.

Grundlage ist Datenmaterial über US-Aktien aus 43 Jahren von 1968 bis 2011. Die Forscher stellten Investorenrendite von heuristischen, optimierten und grundlegenden Gewichtungsschemata einem vergleichbaren durch Marktkapitalisierung gewichteten Index gegenüber. „Alle der 13 untersuchten alternativen Indizes lieferten bessere risikoangepasste Rendite als ein durch Marktkapitalisierung gewichteter Index“, sagt Co-Autor Nick Motson. Anschließend untersuchten die Autoren, ob das eher an Glück oder doch am System liegt.

Sie programmierten einen Computer, der 1.000 Aktien nach Zufall auswählt und gewichtet. Damit simulierten sie die Aktienkenntnis eines Affen. Und zwar für jedes der 43 Jahre 10 Millionen Mal. Das Ergebnis: Fast jeder der 10 Millionen Affen hätte kapitalisierungsgewichtete Indizes geschlagen.

John Belgrove, Senior Partner bei der an der Studie beteiligten Beratungsgesellschaft Aon Hewitt fasst zusammen: „Auch wenn börsengewichtete Benchmarks das Fundament von Leistungsbewertung und Portfolio-Erstellung bleiben, bringt diese Arbeit frischen Wind in die uralte Aktiv-Passiv-Debatte dieser Branche.“

Die Studien zum Download finden Sie hier und hier.

Mehr zum Thema
ETFs: Neue Aktiv-Strategien der Indexfonds-Anbieter