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„Mittelfristig wird Bafin Genussrechte dem KAGB unterstellen“

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Die Anzahl der Finanzprodukte, die nicht unter das KAGB fallen, hat zugenommen. Das geht aus einer Studie von Dextro Rating hervor. Schuld dürften die strengen Vorschriften des vor rund einem Jahr eingeführten KAGB sein, die für Produkte der Kategorie 1 (offene Investmentvermögen) und Kategorie 2 (geschlossene Investmentvermögen) gelten. Für die Kategorie 3 (Vermögensanlagen) gelten diese Vorschriften hingegen nicht.

Unter Vermögensanlagen fallen vor allem Direktinvestments, Nachrangdarlehen, Namensschuldverschreibungen, Genussrechte, stille Beteiligungen und Beteiligungen an operativ tätigen Unternehmen. Nach einer Umfrage von Dextro planen Emissionshäuser für das 2. Halbjahr 2014 derartige Emissionen im Volumen von 106,8 Millionen Euro beziehungsweise haben diese Vorhaben bereits umgesetzt. Die nicht von der Regulierung erfassten Produktvorhaben machen damit immerhin knapp 4 Prozent der gesamten Emissionspläne bei AIF-Publikumsfonds (2.696 Millionen Euro) für das zweite Halbjahr 2014 aus.

Tendenz steigend, denn das Dextro Analyse Portal zählt bei Produkten außerhalb des KAGB ein derzeit in Platzierung befindliches Emissionsvolumen von rund 130 Millionen Euro. Diese Zahl berücksichtigt noch nicht die Direktinvestments. „Sollten alle geplanten Emissionsvorhaben außerhalb des KAGB für 2014 in die Tat umgesetzt werden, dann könnten Ende 2014 auf 100 Euro der „weißen“ AIF-Angebote knapp 9 Euro des nach wie vor „grauen“ Anlegerkapitals entfallen“, erklärt das Analysehaus.

Doch das könnte bald ein Ende haben. Andrea Kühne, bei Dextro verantwortlich für Kundenbeziehungs-Management und Markt-Research, rechnet damit, dass nach den jüngsten Skandalen um Prokon & Co. die Finanzaufsicht Bafin mittelfristig auch Genussrechte und Nachrangdarlehen in den Geltungsbereich des KAGB einbeziehen wird. Direktinvestments hingegen dürften laut Kühne auch in Zukunft unreguliert bleiben: Die regulatorische Erfassung dieser Produktklasse sei weitaus schwieriger.


>> Weitere Informationen zu Fallstricken, die bei der Abgrenzung der drei Produktkategorien auf Anbieter und Vermittler lauern, finden Sie hier

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