Polizei-Roboter bei einer Sportveranstaltung in Katar: Der Einsatz autonomer Maschinen nimmt zu. | © Getty Images

AGI-Experte Naumer zum neuen Maschinenzeitalter

Die Villa Kunterbunt

Die Villa Kunterbunt gibt es wirklich. Ich hatte das immer gewusst, und trotzdem war ich überrascht, also ich so plötzlich bei einer Wanderung direkt vor ihr stand. Hätte nur noch der „kleine Onkel“ auf dem Balkon gefehlt, aber wer weiß, der kommt bestimmt bald vorbei galoppiert.

Die Villa Kunterbunt. Traum und Kindheitserinnerung, die mich zu der Frage brachte, die ich oft gestellt bekomme. Wie sollten sich in einer Welt der Roboter und Algorithmen meine, unsere Kinder am besten auf die Zukunft vorbereiten? Zeit für einen Brief an meine Kids.

Liebe Kinder, vermutlich haben die Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler Recht, und wir steuern auf eine neue Epoche zu. Die Epoche des „2. Maschinenzeitalters“. Das ist neu und wird alles verändern. Bisher haben die Roboter uns die schmutzige, die knochenharte Arbeit abgenommen, und all das langweilige Zeug, auf das Ihr eh keine Lust habt.

Ich bin sicher, KI – die künstliche Intelligenz – treibt die nächste große Welle des Wohlstands voran, und wird uns auch gegen den Klimawandel helfen, denkt nur an die „Smart Grids“. Die Durchbrüche bei KI können alles verändern, auch Euer Berufsleben. Es geht um mehr als nur um fahrerlose Autos, und dass Ihr vermutlich keinen Führerschein mehr braucht. Es geht, bleiben wir beim Arbeitsmarkt, um die „komparativen Vorteile“, wie Richard B. Freeman so nüchtern feststellt.

Ihr kennt den Begriff nicht, wisst aber dennoch was es ist: Es geht nicht darum, dass eine etwas besser kann, als die andere, sondern darum, dass jeder das tut, was sie relativ besser kann als die andere, selbst wenn sie bei allen Tätigkeiten besser wäre. Also stellt Euch vor: Eine von Euch kann sowohl besser musizieren als auch am PC arbeiten als die andere (klar, Ihr seid ja auch unterschiedlich alt).

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