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AGI löst PMIA-Immobilienfonds auf, Commerzbank entschädigt die Kunden

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Im Jahr 2008 empfahlen viele Berater der Commerzbank ihren Kunden einen Tausch aus dem zum Konzernverbund gehörenden Hausinvest Europa in den damals ebenfalls bei der Cominvest domizilierten Immobiliendachfonds PMIA (WKN: A0ND6C). Sie begründeten dies mit der zum Jahresanfang 2009 eingeführten Abgeltungssteuer, die selbst durchgeführte Umschichtungen im Depots teurer und die Dachfonds damit attraktiver machte ("Danke, Commerzbank, ganz toll gemacht").

Am 27. September 2010 stoppte AGI die Ausgabe und die Rücknahme der PMIA-Anteilsscheine. Grund waren die Liquiditätsprobleme des Dachfonds, der viele der zur damaligen Zeit ebenfalls geschlossenen offenen Immobilienfonds im Portfolio hatte. So zählte unter anderem der ebenfalls bereits aufgelöste Problemfonds Morgan Stanley P2 Value zu den PMIA-Zielfonds.

Nun gibt AGI die Auflösung des PMIA bekannt. Man habe zwar nach der Fondsschließung rund 40 Prozent des Portfolios verkaufen können, erklärt die Gesellschaft. Eine nachhaltige Wiedereröffnung des Fonds sei jedoch unrealistisch, da die Situation der Anlageklasse unverändert schlecht geblieben sei und man daher sehr viele Anteilschein-Rückgaben erwarte.

43,38 Euro pro Fondsanteil

AGI will nach eigenen Angaben voraussichtlich im Oktober 2011 knapp 500 Millionen Euro in einer ersten Tranche an die Anleger ausschütten. Das entspricht rund 19 Euro pro Anteilschein. Weitere Auszahlungen sollen folgen.

Etwas mehr Geld bekommen Anleger, die von der Commerzbank zum Wechsel von dem offenen Immobilienfonds Hausinvest in den Immobilien-Dachfonds PMIA überredet wurden. Wer zum Zeitpunkt der Schließung in dem Fonds investiert war, bekommt 43,38 Euro pro Anteil von der Commerzbank zurück. Das entspricht einem Abschlag von 8,4 Prozent vom Fondsvermögen.

Umtauschfrist läuft bis zum 15. September

„Der Abschlag berücksichtigt das aktuelle Marktumfeld“, erklärte eine Sprecherin der Commerzbank gegenüber der „Stiftung Warentest“. Schließlich können die Zielfonds des PMIA noch weiter an Wert verlieren.

Das Entschädigungsangebot gilt nicht für Anleger, die ihre Anteile bereits über die Börse verkauft haben oder erst seit der Fondsschließung eingestiegen sind. Die Umtauschfrist läuft bis zum 15. September.

Kunden, die die Entschädigung annehmen, verzichten damit auf weitere Ansprüche gegen die Bank und AGI. Trotzdem sollen Kunden nach Angaben der Commerzbank-Sprecherin eine Nachzahlung bekommen, falls der Fonds bei der Abwicklung mehr als 43,38 Euro pro Anteil erlöst.

Hintergrundinfo: Der PMIA wurde im Mai 2008 für Kunden der Commerzbank aufgelegt.  Damals noch für die hauseigenen Gesellschaft Cominvest. Diese gehört heute zur AGI. Die Dresdner Bank indes, ehemals Teil der Allianz, geht heute in der Commerzbank auf.  

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