Akkumula und Vermögensbildungsfonds I: Warum Morningstar die DWS-Flaggschiffe herabstuft

Die Aktienfonds DWS Akkumula und DWS Vermögensbildungsfonds I bewertete Morningstar unter Fondsmanager Klaus Kaldemorgen zuletzt mit Silber. Im Zuge des Übergangs auf Andre Köttner im Frühjahr hatte das Analysehaus sie zwischenzeitlich auf "Unter Beobachtung" gesetzt.

Nun hat Morningstar-Analystin Natalia Wolfstetter die Fonds nach Gesprächen mit dem DWS-Fondsmanagement neu bewertet. Das Ergebnis: Die neue Note Bronze, wie Morningstar auf der Webseite berichtet. Grund hierfür seien einige Unterschiede im Management.

So hatte Kaldemorgen beide Fonds mit einer ausgeprägten Top-Down-Orientierung gemanagt. Das große Makro-Bild - Wachstum, Zinsen, Unternehmensgewinne - ist der Treiber bei derartigen Portfoliokonstruktionen. Köttner hingegen ist ein Stockpicker, bei dem die Auswahl der Aktien selbst im Vordergrund steht und weniger das wirtschaftliche Gesamtbild. Er setzt auf Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, organischem Wachstum, konservativen Bilanzen und moderater Bewertung.

Insgesamt hat sich unter Köttner die Zahl der gehaltenen Aktien in beiden Fonds jeweils auf mehr als 150 verdoppelt. Maximal dürfen es 200 Titel sein. Dabei sind die Fonds näher an die Benchmark, den MSCI World, herangerückt. Köttner kann jedoch auch maximal 10 Prozent des Fondsvermögens in Schwellenänder anlegen, während im Index keine Emerging-Markets-Aktien enthalten sind.

Wichtig für Anleger in Europa: Die USA sind mit knapp 60 Prozent in der globalen Benchmark gewichtet. Davon ist Kaldemorgen aber häufig abgewichen – und zwar deutlich stärker als die 10 Prozentpunkte plus/minus, die es derzeit sind.

Auf Ebene der Unternehmen soll unter Köttner die Gewichtung einzelner Aktien nicht mehr als plus/minus 2 Prozentpunkte von der Indexgewichtung abweichen. Das soll die Einzelrisiken begrenzen.

Beide Fonds sind ähnlich aufgestellt. Der DWS Akkumula allerdings etwas defensiver als der DWS Vermögensbildungsfonds I. Beim Akkumula wollen Köttner und Co. so weniger zyklische Aktien verwenden und mehr auf Qualität achten.

Insgesamt könnten laut Wolfstetter beide Fonds unter der Leitung Köttners sicherlich die Vergleichsgruppe langfristig übertreffen. Die Renditeunterschiede gegenüber der Konkurrenz dürften aber geringer ausfallen als unter der Leitung Kaldemorgens.

Mehr zum Thema
Tops & Flops: Deutschland-Fonds 2013 - Je mehr Minis, desto besser DWS-Mann Klaus Kaldemorgen: So sieht er die Weltwirtschaft