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Aktien 2011: Gute Zeiten für Global Player

Eine bekannte Gleichung aus der Ökonomie besagt: Inflation ist Wachstum der Geldmenge minus Wachstum der produzierten Gütermenge. Demnach kommt in den nächsten Monaten und Jahren einiges auf uns zu, denn die Geldmenge wuchs pro Jahr zwischen sechs und acht Prozent, die Wirtschaftsleistung aber im Schnitt nur um zwei Prozent. Macht nach Adam Riese etwa vier Prozent Inflation jährlich – mindestens. Ein fantastisches Mittel, um Staatsschulden „abzubauen“.

Erste Anzeichen sind zu spüren

Schon sind die ersten Anzeichen spürbar: Die Energiekosten steigen deutlich, die Preise für Güter des täglichen Bedarfs ziehen ebenfalls an. Während wir uns über höhere Kaffeepreise ärgern, fragen sich Bewohner anderer Länder, wie sie angesichts steigender Nahrungsmittelpreise ihre Familie ernähren sollen – und stürzen ihre Herrscher.

Die Völker Tunesiens und Ägyptens dürften ihre habgierigen Diktatoren in erster Linie nicht deshalb gestürzt haben, weil sie (mehr) Demokratie wollten. Hunger dürfte ein stärkeres Motiv gewesen sein. Denn: Wer einen leeren Magen und existenzielle Sorgen hat, erträgt Kleptokraten im Regierungsamt besonders schlecht.

Global Player verfügen über Inflationsschutz

Wie hoch die Geldentwertung letztlich ausfallen wird, kann niemand sagen. Wichtig ist jedoch, dass sich Anleger mit Sachwerten gegen den inflationären Trend wappnen. Vor allem Aktien gut aufgestellter Global Player aus den USA und Europa dürften recht gut durch eine Phase verschärfter Geldentwertung kommen.

Denn diese Unternehmen können höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben und so ihre Erträge stabilisieren – wie etwa Nahrungsmittelkonzerne. Wichtig ist, auf eher unterbewertete Titel zu setzen, da dies das Potenzial eines Rückschlags verringert. Ebenfalls ins Depot sollten als Beimischung Edelmetalle.
Etablierte Börsen schlagen Emerging Markets

In diesem Zug wird sich der Fokus der Anleger verstärkt auf die etablierten Börsen richten. Schon jetzt zeigen sich größere Kapitalabflüsse aus den risikoreichen Emerging Markets hin zu den etablierten Börsen. Vor allem die Märkte in den USA präsentieren sich stark.

Während in Europa in den vergangenen Monaten so mancher Index zu kämpfen hatte, zogen die wichtigen US-Indizes zusammen mit dem DAX wie an der Schnur nach oben. Nach einer überfälligen Korrektur dürften sich an den Börsen Europas und der USA gute Möglichkeiten bieten, günstig auf Einkaufstour zu gehen. Der Autor: Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, Köln, und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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