Aktien: Edmond de Rothschild erwartet keine kräftige Rally

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In den vergangenen zwei Monaten haben die wirtschaftlichen Frühindikatoren insgesamt kräftig nachgelassen, heißt es von den Vermögensverwaltern von Edmond de Rothschild Asset Management. Gleichzeitig hätten im Mai die Schuldenprobleme der Eurozone die Finanzmärkte verunsichert. Dementsprechend verzeichneten im Zeitraum Ende April bis Ende Mai der Eurostoxx 50 (minus 4,6 Prozent), der S&P (minus 1,2 Prozent) und die Schwellenmärkte (minus 3,7 Prozent) Verluste.

Die Analysten von Edmond de Rothschild sehen für die nahe Zukunft keine Trendwende oder gar kräftige Rally an den Aktienmärkten kommen. Grund dafür: wirtschaftliche Frühindikatoren trüben sich weiterhin ein, der US-Immobiliensektor stagniert, die Gewinnerwartungen in Europa sinken und könnten durch die Inflation geschmälert werden. Zudem hat sich der Ölpreis bei 100 US-Dollar pro Barrel festgesetzt. Von Kursrückgängen geht man bei der französischen Vermögensverwaltung jedoch nicht aus. Die Aktienbewertungen seien nach vor angemessen, die Bilanz der Unternehmen in Ordnung und auch das Interesse an Börsengängen sei weiterhin groß.

Insgesamt bleibt die Vermögensverwaltung bei einer neutralen Gewichtung der Aktienmärkte. Einzelne taktische Übergewichtungen, wie bei Aktien aus der Eurozone, seien jedoch möglich. Schwellenländeraktien bleiben ebenfalls übergewichtet. Der Fokus liegt auf Asien und speziell China, dass in seinem geldpolitischen Straffungszyklus bereits weit fortgeschritten sei.

Bei Anleihen ist die Einschätzung bei Edmond de Rothschild unverändert „neutral“. Unsicherheit bestünde durch das Ende der zweiten quantitativen Lockerungsrunde in den USA (Quantitive Easing 2) sowie die ungewisse Entwicklung defensiver Anleihen wie deutsche Staatspapiere inmitten der Schuldenkrise einiger Euroländer.

Bei Währungen hat sich der US-Dollar von seiner Schwächephase gegenüber dem Euro von Anfang Mai schnell wieder erholt. Er profitiere von den Sorgen über eine mögliche Umschuldung Griechenlands, dem moderaten geldpolitischen Straffungsprozess der Europäischen Zentralbank (EZB) und den sinkenden Rohstoffpreisen. Daher habe Edmond de Rothschild die Einschätzung für den Dollar auf „neutral“ angehoben. Eine Verbesserung der Schuldenstaaten der Eurozone oder eine Verlängerung des Quantitive Easings in den USA könnten dem Euro aber auch schnell wieder Auftrieb geben.

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