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Altersvorsorge Verbraucherschützer fordern Aktien für die Rente

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Nach Finvia-Berechnungen konnten Anleger in der Vergangenheit mit Aktien im Schnitt 5,7 Prozent Rendite pro Jahr erzielen – real, also nach Abzug der Inflation. Anleihen brachten im betrachteten Zeitraum von 1900 bis 2020 hingegen lediglich 2,1 Prozent im Jahr. Zugleich sei die langfristige Anlage in Aktien weniger riskant als das Investment in Staatsanleihen, so das Family Office: Maximal elf Jahre habe es gedauert, bis Anleger, die zum jeweiligen historischen Hoch in Aktien eingestiegen seien, einen nachfolgenden Verlust wieder ausgeglichen hätten. Bei Staatsanleihen mussten Investoren Finvia zufolge im schlimmsten Fall 53 Jahre warten, bis sie die Gewinnzone wieder erreicht hatten.

Laut Prognose des Family Office werden Aktien auch künftig höhere Erträge bringen als Staatsanleihen – trotz der aktuellen Rekordstände an den Aktienmärkten weltweit. Panse rechnet für ein Aktieninvestment in den kommenden zehn Jahren mit bis zu 3 Prozent pro Jahr nach Abzug der Inflation. Für Bundesanleihen erwartet er im selben Zeitraum hingegen Verluste: real minus 3,2 Prozent per annum.


Die historischen Berechnungen basieren auf den Aktienindizes und Staatsanleihen von 16 Industrienationen weltweit, von europäischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Schweden über die USA und Kanada bis zu Japan und Australien. Bei der Prognose für die globalen Aktienerträge in der kommenden Dekade berücksichtigte das Family Office auch die Börsen der Schwellenländer.

Bei allen Gemeinsamkeiten in den Forderungen von Aktionärslobby und Verbraucherschützern gibt es doch einen wichtigen Unterschied. Während man sich beim DAI in allen Säulen der Altersvorsorge ein Ansparverfahren mit Aktien vorstellen kann, setzt sich der VZBV für eine andere Kapitalanlage in der privaten Altersvorsorge ein, spricht sich jedoch gegen eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung aus.

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