Robert Halver zur Zinspolitik „Aktien schwanken auch künftig wie Betrunkene – und erholen sich“
Ich will die Ukraine-Krise nicht kleinreden, aber auch die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war geopolitisch oft kein Zuckerschlecken. Dennoch hat es Aktien langfristig nicht geschadet. Und ich behaupte, dass wir auch den lupenreinen Aggressor überleben werden. Apropos langfristig, Aktien sind eine langfristige Anlageform, die man regelmäßig besparen sollte.
Neben der Depotbestückung von Einzelaktien mit intakten Geschäftsmodellen sind ebenso regelmäßige Aktiensparpläne über kleine, gut verdauliche Anlagebeträge in Fonds oder ETFs bestens geeignet.
Mit Sparplänen wird das Schwankungsrisiko sogar zur Chance. Denn in sinkenden Kursphasen erhält man das Anlageobjekt Aktie zum günstigen Preis beziehungsweise für den gleichen Spar- mehr Aktienanteil. Richtig Freude kommt dann auf, wenn bei einer Börsenerholung das gesamte Aktienvermögen aufgeht wie ein Teig, der zu viel Hefe abbekommen hat. Längerfristig kann man nur staunen, welche Vermögenszuwächse und Renditen möglich sind.
Ach, wie schön wäre es doch, wenn die Ampel-Regierung ihre aktienfeindlichen Ideologie-Bretter ablegen und das Aktiensparen steuerlich für breite Bevölkerungsschichten fördern und nicht bestrafen würde. Der Zins-Not gehorchend gehören Aktien heute zur Altersvorsorge. Alles andere ist unverantwortliche Ruhestandspolitik.

Über den Autor:
Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank in Frankfurt und ist damit für die Einschätzung der internationalen Finanzmärkte zuständig. Der erfahrene Kapitalmarkt- und Börsenkommentator ist durch seine regelmäßigen Medienauftritte bei Fernsehsendern und Radiostationen einem breiten Anleger- und Finanzpublikum bekannt.


