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Präsidentschaftswahlen in den USA „Aktien laufen unabhängig vom Wahlergebnis“

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Wenn wir den Blickwinkel erweitern und auf die Marktvolatilität in den Jahren vor und nach den Präsidentschaftswahlen schauen, stellen wir fest, dass die Volatilität sich in Wahljahren in der gleichen Spanne bewegt wie in den anderen Jahren. Wenn die Wahlergebnisse enorme Auswirkungen auf die Märkte hätten, würden wir große Divergenzen oder Veränderungen erwarten. Wir sehen aber einfach keine Anzeichen dafür, dass die Wahlergebnisse die Märkte nachhaltig bewegen.

Die Volatilität umschiffen?

Einige Anleger könnten sich diesen Trend ansehen und zu dem Schluss kommen, dass sie etwas gewinnen könnten, wenn sie sich um die Wahlen herum aus den Märkten zurückziehen und später wieder einsteigen würden. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass es vielleicht am besten ist, einfach dabei zu bleiben.

Um das zu verdeutlichen, haben wir uns das durchschnittliche Wachstum einer hypothetischen Investition von 10.000 USD für vier verschiedene Handelsstrategien im Umfeld von Präsidentschafts­wahlen seit 1932 angesehen. In jeder Anlagestrategie hat der hypothetische Anleger sechs Monate vor der Wahl und zum Wahlzeitpunkt die Möglichkeit, sich für oder gegen ein Investment für die nächsten sechs Monate zu entscheiden. Was aus 10.000 USD wurde: 

  • Wenn der Anleger investiert blieb: Im ersten Szenario investiert der hypothetische Investor die 10.000 USD und bleibt dann während der sechs Monate nach der Wahl voll investiert. Historisch gesehen hätte dies im Durchschnitt zum besten Ergebnis geführt. Unter dem Strich hätte diese Strategie durchschnittlich 961 USD Ertrag – also fast zehn Prozent – eingefahren.
  • Wenn der Anleger erst nach der Wahl investiert: In diesem Szenario entscheidet sich der Investor dafür, die 10.000 USD vor und während des Wahltermins in bar zu behalten. Der Investor investiert das Geld dann nach dem Wahltermin und bleibt nach der Wahl sechs Monate lang vollständig in Aktien investiert. Aus den 10.000 USD sind sechs Monate nach der Wahl im Durchschnitt 10.721 USD geworden.
  • Wenn der Anleger vor der Wahl investiert und danach in Cash wechselt: Im dritten Szenario investiert der Investor die 10.000 USD sechs Monate vor der Wahl und bleibt bis zum Wahltag investiert. Der Investor geht dann unmittelbar nach der Wahl eine Cash-Position ein und bleibt bis sechs Monate nach der Wahl in Cash. Das Ergebnis im Durchschnitt: 10.583 USD.
  • Wenn der Anleger durchgängig in Cash bleibt: Im letzten Szenario behält der Investor 10.000 USD in Cash während der gesamten analysierten Dauer. Historisch gesehen hätte dies sechs Monate nach dem Wahldatum den niedrigsten Durchschnittssaldo von 10.360 USD ergeben.

Märkte steigen historisch gesehen im Laufe der Zeit öfter, als sie sinken. Und da Marktgewinne oft in kurzen, scharfen Sprüngen erfolgen, kann es die langfristigen Renditen beeinträchtigen, wenn man als Anleger zum Zeitpunkt dieser Sprünge nicht mehr am Markt ist. Aus diesem Grund ist das beste Ergebnis in dem hypothetischen Beispiel, investiert zu bleiben, während das schlechteste Ergebnis darin besteht, für die gesamte Zeit vom Markt fern zu bleiben.

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