Nils Meinefeld

Nils Meinefeld

„Aktien sind ohne wenn und aber die interessanteste Anlageklasse“

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DAS INVESTMENT.com: Euro-Krise, US-Schuldenberge: In welche Industrie- und Schwellenländer sollten Anleger 2012 ihr Geld bringen?

Nils Meinefeld: Wir verfolgen eine Bottom-up- Stock-Picking-Strategie. Dabei selektieren wir Sektor für Sektor die besten Unternehmer. Deswegen gibt es für uns nicht das eine interessanteste oder uninteressanteste Land per se, sondern nur die besten Unternehmer weltweit, egal welcher Nationalität. Bei den Schwellenländern ist derzeit allerdings China aufgrund seiner scheinbar sehr günstigen Bewertung sehr interessant. Bei den Industrieländern haben die europäischen Märkte großes Aufholpotenzial im Vergleich zu den USA.

DAS INVESTMENT.com: Welche Anlageklasse finden Sie als Fondsmanager am attraktivsten?

Meinefeld: Aktien sind ohne wenn und aber die interessanteste Anlageklasse.

DAS INVESTMENT.com: Und Ihre Anleger?

Meinefeld: Es scheint, als würde der Appetit auf Aktien zurzeit wieder steigen. Einen generellen Trend zu bestimmen ist allerdings schwierig.

DAS INVESTMENT.com:
Wo sehen Sie die größte Herausforderung für einen Fondsmanager?

Meinefeld:
Sich selbst und seinen Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn es die Märkte einem schwer machen, wie geschehen in den letzten drei bis vier Monaten.

DAS INVESTMENT.com: Welche Aktien werden zu den Gewinnern 2012 zählen?

Meinefeld:
Papiere kleiner und mittelständischer Unternehmen aus China haben aufgrund ihrer niedrigen Bewertungen gutes Potenzial.

DAS INVESTMENT.com: Wie geht es weiter mit dem Euro und der Euro-Zone?

Meinefeld:
Eine Antwort darauf wäre rein spekulativ. Allerdings verwundert es mich schon, dass sich internationale Investoren so stark auf die Euroschwäche fokussieren und den Zustand des US-Dollars relativ unkritisch zu betrachten scheinen.

DAS INVESTMENT.com: Wie entwickeln sich bis Ende 2012 der Dax und der Dow Jones sowie die Preise für Gold und Öl?

Meinefeld: Der Dax hat gutes Potenzial, deutsche Aktien scheinen zurzeit günstig – eigentlich zu günstig – bewertet. Das Gleiche gilt auch für den Dow Jones. Die Preise für Gold und Öl sind derzeit rein spekulativ. Ich erwarte, dass der Goldpreis im kommenden Jahr fallen und der Ölpreis steigen wird.

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