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Logo der Londoner Börse. | © Imago Images / Imagebroker Foto: Imago Images / Imagebroker

Aktien-Tipp vom Vermögensverwalter

Perle der Finanzbranche

Selten war der Vergleich mit einer Achterbahnfahrt an den globalen Finanzmärkten so zutreffend wie in diesen Tagen. Der Kampf um die Eindämmung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben die Marktbewegungen in den vergangenen Monaten weitgehend dominiert.

Die Aktienkurse fielen drastisch, da die weltweiten Lockdown-Maßnahmen zu einem dramatischen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten führten. Der Eurozone Composite Purchasing Managers' Index von IHS Markit etwa stürzte im März um über 20 Punkte auf 31,4 ab, was ein Rekordtief seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1998 darstellt.

Igor Krutov, Research-Direktor bei Vontobel Asset Management. Foto: Vontobel

Das Bankwesen ist dabei eine der am stärksten betroffenen Industrien, da die Gewinnerwartungen stark eingebrochen sind, was mit deutlich gesunkenen erwarteten Renditen und erhöhten Kreditverlusten einhergeht. Allerdings gibt es einige Nischen innerhalb der Finanzwirtschaft, die durchaus krisenbeständig sind.

Dies betrifft insbesondere Anlagegelegenheiten auf Seiten der Börsenbetreiber und Marktinfrastruktur-Unternehmen. Die London Stock Exchange (LSE) zum Beispiel erweist sich nicht nur in der kurzen Frist als widerstandsfähig, sondern dürfte auch langfristig Wert schaffen.

So gehört der LSE Group mit der London Stock Exchange die wichtigste Börse in Großbritannien, die zeitgleich auch die größte in Europa ist. Es ist somit nicht zu verwundern, dass die London Stock Exchange angesichts der durch die Pandemie verursachten erhöhten Volatilität ein stark erhöhtes Handelsvolumen verzeichnen konnte.

Seit ihrer Gründung als Regionalbörse im Jahr 1773, deren geschäftliche Tätigkeiten überwiegend vom Aktienhandel dominiert war, hat sich das Unternehmen jedoch stark gewandelt. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen in noch spannendere Geschäftsbereiche mit starken langfristigen Aussichten investiert.

Nach einer Reihe von Übernahmen umfasst die LSE heute mehrere attraktive Geschäftsbereiche, von denen die Indexeinheit und das London Clearing House (LCH) Kronjuwelen sind. Beide profitieren von sehr hohen Kundenwechselkosten und dürften langfristig wachsen. Die Indexeinheit, die sich hauptsächlich aus den FTSE- und Russell-Indizes zusammensetzt, macht dabei rund 40 Prozent des Betriebsgewinns der LSE aus. Das andere wichtige Geschäftssegment ist LCH.Clearnet, eine der größten Clearing-Häuser der Welt.

Die meisten Geschäfte der LSE sind nicht kapitalintensiv; im Gegensatz zu den meisten anderen Finanzwerten müssen die von der LSE erwirtschafteten Gewinne nicht reinvestiert werden, um Kapital aufzubauen, wenn das Unternehmen expandiert. Außerdem verfügt die LSE über hohe Margen, und es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren zu einer weiteren Margenausweitung kommen wird.

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