Aktien: Wieder Zeit für Übernahmen

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Die meisten großen Unternehmen erzielen derzeit gute Gewinne und sitzen auf hohen Cash-Polstern. Gleichzeitig wollen die Banken ausschließlich Kredite vergeben, die ihr Eigenkapital nur gering belasten. Kredite an multinationale Unternehmen sind dabei zunehmend erste Wahl. Doch diese haben im Moment nur einen geringen Bedarf an neuen Darlehen.

Das dürfte unterbeschäftigte Investmentbanker in den kommenden Monaten motivieren, den einen oder anderen Unternehmensvorstand in ein Übernahmeabenteuer zu treiben. Denn Kreditbedarf ergibt sich derzeit nur bei der Übernahme von Wettbewerbern.

Der Druck zu Wachstum und Innovationen ist da. In den meisten Branchen verkürzen sich durch neue Technologien und die Globalisierung stetig die Innovationszyklen. Außerdem erwachsen gerade in den Schwellenländern zunehmend ernstzunehmende Wettbewerber für die etablierten multinationalen Unternehmen. Die gute Performance vieler Schwellenländeraktien ist Ausdruck dieser zweiten Welle der Globalisierung und hat zum Beispiel in der Solar- oder Chemiebranche bereits für mächtiges Unbehagen bei westlichen Unternehmenslenkern geführt.

Aktieninvestoren können in dieser Situation von möglichen Übernahmeprämien profitieren. Schließlich hält nicht jeder Großaktionär die Taschen so verschlossen wie zuletzt die Deutsche Bank bei der Postbank oder ACS bei Hochtief. Übernahmekandidaten: stabiles Geschäftsmodell, geringe Verschuldung und zukunftsträchtiger Markt

Wie können Sie einen heißen Übernahmekandidaten erkennen? Versetzen Sie sich in die Lage potenzieller Investoren. Diese halten Ausschau nach Unternehmen, die ein stabiles Geschäftsmodell mit stetigen Cash-Zuflüssen besitzen, gering verschuldet sind und möglichst in einem zukunftsträchtigen Bereich eine besonders wichtige Technologie beherrschen. Eine Übernahme ist auch dann wahrscheinlich, wenn die Währung des Übernahmekandidaten besonders schwach ist.

Das schwache britische Pfund hat zuletzt bei mehreren britischen Unternehmen wie Smith & Nephew, The Smiths Group und Burberry zu Übernahmespekulationen geführt. Auch ein schwacher Euro macht deutsche Qualitätsführer im MDAX für US-Dollar-Investoren erschwinglicher.

Wem die Auswahl potentieller Übernahmekandidaten zu aufwändig ist, der hat die Option auf M&A-Zertifikate zu setzen - wie zum Beispiel das UBS M&A Europe Investable Indexzertifikat (WKN UBM8MAE) -, die von einigen Banken aufgelegt wurden. Diese enthalten oft zwischen 15 und 30 Aspiranten, bei denen es in den kommenden Monaten zumindest hin und wieder zu Übernahmegerüchten kommen dürfte. Für den Aktionär kann schon das ein Grund zur Freude sein: Oft genügen bereits Gerüchte um Aktienkurse zu treiben.

Zum Autor: Hubert Thaler ist Vorstand der Top Vermögen AG in Starnberg und München und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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