Nach langem Zaudern werden die Deutschen allmählich zu überzeugten Aktionären – diesen Eindruck konnte gewinnen, wer sich im Verlauf der Corona-Monate die Entwicklung bei Aktienbesitz und Depoteröffnungen von Privatanlegern am deutschen Markt ansah. Beobachtern zufolge fanden in den Jahren 2020 und 2021 rekordverdächtig viele Verbraucher erstmalig ihren Weg an den Aktienmarkt.
Dann jedoch erhielt die Euphorie einen Dämpfer: Der Krieg in der Ukraine sorgte für eine unsichere Wirtschaftslage und trieb die Inflation in die Höhe. Für die Aktienmärkte waren die Monate seither insgesamt zwar erfolgreich, aber mit Rückschlägen durchsetzt.
Das machte sich auch bei den Aktionärszahlen und dem Anlagevolumen bemerkbar: Es ging wieder bergab.
Neuer Höchststand – den Märkten sei Dank
Zuletzt jedoch hat das Volumen erneut einen Höchststand erreicht – der sogar noch über dem Pandemie-Hoch liegt: 570 Milliarden Euro hatten hiesige Privatanleger Ende des ersten Quartals 2024 in Aktien angelegt, wie das Beratungs- und Analyseunternehmen Barkow Consulting ermittelt hat. Von Januar bis Ende März ist dieses Volumen demnach um beachtliche 42,5 Milliarden Euro angestiegen. Gleichzeitig habe auch das in Investmentfonds gehaltene Vermögen einen Rekordwert erreicht: Mehr als eine Billion Euro haben hiesige Investoren in Fonds angelegt.
Den Wermutstropfen verrät Barkow gleich mit: Der Zuwachs geht fast ausschließlich auf Kursgewinne zurück. Beim Aktienvolumen etwa ist allein die gute Marktlage für 41,5 Milliarden Euro Anstieg verantwortlich. Neuanlagen trugen nur eine Milliarde bei.
Deutschland – endlich ein Land der Aktionäre? Wohl doch noch nicht, sagt Barkow. „Kann's ja aber immer noch werden!“

