Hamilton, Hauptstadt von Bermuda. Der Mischfonds AAC Multi Style Global legt unter anderem auf der Atlantikinsel an. | © Getty Images

Aktienbetonter Mischfonds

So legt der AAC Multi Style Global an

Es begann vor sechs Jahren. Auf dem Petersberger Treffen in Bonn lernen sich der Fondsmanager Friedrich Bensmann und der Portfolioberater Ingo Asalla kennen. Kurze Zeit später übernimmt Bensmann zusammen mit seinem Sohn Marc das Beratungsmandat für den Mischfonds FU Multi Asset bei der Heemann Vermögensverwaltung – und Asalla steigt mit seinem Kundenvermögen als Investor ein. Der Fonds entwickelt sich gut, der Manager und der Investor treffen sich oft. Bei einem solchen Treffen kommen sie auf die Idee, einen eigenen Fonds aufzulegen. Im Juli 2018 geben Friedrich und Marc Bensmann das Mandat des FU Multi Asset ab, um zusammen mit Asalla ihre eigene Boutique AAC Alpha zu gründen und ihren ersten Fonds aufzulegen – den AAC Multi Style Global.

Stand 11. Oktober 2019, Quelle: AAC Alpha, Morningstar

Am Anfang läuft es nicht gut für den neuen  Mischfonds. Da die hauseigenen  Marktdiagnosemodelle im Juli mit einem Börsenaufschwung  rechnen, stellen die Manager das Portfolio fast zu 100 Prozent offensiv auf. Außerdem führen sie Verlust-Begrenzungsregeln ein, um Einbußen von mehr als 15 Prozent bei Einzeltiteln weitgehend zu vermeiden. Im turbulenten 4. Quartal 2018 müssen die Manager den Großteil der zuvor gekauften Positionen wieder auflösen. Am Jahresende landet der AAC Multi Style mit minus 17,9 Prozent deutlich hinter der Vergleichsgruppe.

Um eine solche Entwicklung künftig zu vermeiden, stellen die Manager das Portfolio ab Dezember 2018 viel defensiver auf und sichern es in den Korrekturphasen im  Mai und August 2019 zusätzlich ab. Das hat sich gelohnt: Seit Jahresanfang legte der Fonds um rund 16 Prozent zu und überholte damit die Vergleichsgruppe. Bei der Titelauswahl filtern die Manager im ersten Schritt die quantitativ hochwertigsten Unternehmen  aus dem gesamten Anlageuniversum heraus. Dafür nutzen sie sogenannte  Aktienscreener, die nach vorgegebenen fundamentalen und technischen  Kriterien die Papiere mit den besten Kennzahlen herauspicken. Danach  erfolgt eine qualitative Analyse der Geschäftsmodelle. Dabei schauen sich die Manager Websites, Präsentationen und Interviews mit den Vorständen und Investor-Relations-Abteilungen der Firmen an und besuchen Hauptversammlungen sowie Investmentkongresse.

Darüber hinaus versucht das Managementteam mithilfe selbst programmierter Diagnose-Tools, das aktuelle Risikoniveau des Markts zu bestimmen. In Abwärtsphasen soll der Aktienanteil heruntergefahren werden. Dieser schwankt generell je nach Marktlage in der Regel zwischen 80 und 100 Prozent. Aufgrund der eingesetzten Absicherungsstrategien  ergeben sich jedoch auch beträchtlich geringere Anteile als 80 Prozent.

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