Urlaub vom Depot: Können Anleger in den Sommermonaten <br>beruhigt in den Wellen planschen? Quelle: Fotolia

Urlaub vom Depot: Können Anleger in den Sommermonaten
beruhigt in den Wellen planschen? Quelle: Fotolia

„Aktienmärkte im fröhlichen Wellenbad“

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Die Aktienmärkte versprechen in diesem Sommer nicht viel Dynamik. Sowohl der Dax als auch die großen US-Indizes haben sich häuslich auf bequemen Niveaus eingerichtet und zeigen wenig Interesse, sich heraus zu bewegen. So schwankte der Dax in den vergangenen drei Monaten zwischen 7.100 und 7.500 Punkten, der Dow Jones zwischen 12.000 und 12.800 Punkten. Der Nasdaq 100 pendelt zwischen 2.200 und 2.430 Punkten, der S&P 500 zwischen 1.260 und 1.360 Punkten.

Ein fröhliches Wellenbad, das die Märkte auch über den Sommer beibehalten sollten. Wer jetzt in Urlaub geht, kann damit rechnen, nach zwei Monaten wieder am Schreibtisch zu sitzen und ähnliche Niveaus wie heute im Depot zu sehen. Das heißt aber nicht, dass zwischenzeitlich Ruhe herrscht.

Schwankungen ertragen


So macht die Bewegung bei einzelnen Indizes schon mal gut 10 Prozent aus, die darin zusammengefassten Einzeltitel schwanken noch stärker. Was bedeutet das für Investoren? Können sie beruhigt mit einem vollen Depot in Urlaub fahren?

Aktive Investoren können die Schwankungen nutzen, um zu handeln. Wer sich sicher ist, dass die Bandbreiten halten, kann unten kaufen und oben verkaufen. Dann warten, bis die Welle wieder ihren Tiefpunkt erreicht hat und dann wieder kaufen. Das sorgt für Umsatz bei den Handelsplattformen – und Gewinn beim Investor, wenn die Rechnung aufgeht.

Der langfristige Investor dagegen muss sich fragen: Will ich Bestände über den Sommer halten oder sichere ich ab? Da die Schwankungen im Rahmen liegen, ist für ein wirklich langfristig ausgerichtetes Depot kaum eine Änderung bei der Aktienquote notwendig – vorausgesetzt sie entsprach vorher der individuellen Risikoneigung. Wer absichert, sei es durch den Einsatz von Derivaten oder durch schlichtes Verkaufen und wieder Zurückkaufen, verursacht Kosten. Das spricht gegen eine Absicherung.

Grundsätzliche Vorsicht

Die Großwetterlage ist dabei durchaus labil: Nordafrika bleibt unruhig, die Reaktorkatastrophe von Fukushima ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, aber noch lange nicht ausgestanden, die USA verhandeln über mehr Schulden, die Europäer streiten über weniger. Und in den Boom-Nationen der vergangenen Jahre, allen voran China, ist der Grat zwischen gesundem Wachstum und Blasenbildung schmaler geworden.

Auch wenn die Zeichen auf Sonne stehen – ein Sturm an den Märkten ist nie ganz auszuschließen. Zunächst aber sieht alles nach der Möglichkeit zum Wellenbad ohne Überraschungen aus.

Zum Autor: Uwe Zimmer ist Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Meridio AG und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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